Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
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Der Bläschenausschlag- etc. Krankheitserseheinungen und Krankheitserreger. 505
biosgelegt werden, die sich bald wieder mit Epithel bedecken, indem
der Scheidencatarrh massiger wird und endlich völlig verschwindet.
Der röthlich-gelbe Schleim besudelt den Schweif und die Schenkel,
trocknet zum Theil an den Rändern der Schamspalte zu gelblichen
oder bräunlichen Krusten ein und wird von Zeit zu Zeit in grösseren
Portionen ausgeworfen. Die Scham selbst ist geschwollen und zu
weilen verbreitet sich der Ausschlag auch auf die äussere Haut ihrer
Umgebung und des Euters.
b. Bei männlichen Thieren stellen sich an verschiedenen Stellen
der geschwollenen und gerötheten Haut der Ruthe, bei Pferden be
sonders an der Eichel ähnliche Bläschen ein, wie bei weiblichen
Thieren an der Innenfläche des Wurfes; dieselben bilden hanfkorn
grosse bis bohnengrosse Bläschen, welche im reifen Zustande eine
gelblich-weisse, klebrige Flüssigkeit enthalten; diese Bläschen platzen
bald, worauf die excoriirten Hautstellen noch durch einige Tage
nässen, sich dann mit dünnen bräunlichen Krusten bedecken, unter
welchen die Neubildung der Epidermis vor sich geht. Die betreffen
den Stellen bleiben eine Zeit lang ohne Pigment, das heisst: die
Heilung erfolgt mit Hinterlassung einer weisslichen Narbe in der Regel
in 8—14 Tagen. Der Ausschlag verbreitet sich zuweilen auch auf
die äussere Haut des Schlauches und des Hodensackes.
Das Allgemeinbefinden ist bei beiden Geschlechtern während
des ganzen Krankheitsverlaufes meist ungetrübt; jedoch sind die Fälle
nicht gerade selten, wo leichte Fiebererscheinungen, Sträuben der
Haare, Abnahme der Fresslust und der Munterkeit und bei bedeuten
der Anschwellung der Genitalien, die sich zuweilen auf die Innenfläche
der Schenkel ausbreitet, gespannter Gang, Drang zum Uriniren und
Wedeln mit dem Schweife dem vorhin geschilderten Befunde sich
zugesellen.
Die Natur des Krankheitserregers ist noch wenig studirt; gleich
wohl darf als sehr wahrscheinlich angenommen werden, dass auch
dieses Gift ein organisches ist. Dasselbe haftet vorzugsweise an dem
Inhalte der Bläschen und an den Geschwürssecreten; die wirksame
Uebertragung desselben durch den Begattungsact zwischen einem an
fraglichem Uebel erkrankten und einem gesunden Thiere der betreffen
den Spezies erfolgt ziemlich regelmässig.
Beim Menschen entstehen zufolge Verunreinigung der Hände
oder anderer Körpertheile mit fraglichem Gifte zuweilen Bläschen
und oberflächliche Geschwüre, welche aber alsbald von selbst zu
heilen pflegen.

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