Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/516/
Der Verlauf der Krankheit ist stets ein acuter und günstiger.
Die Genesung erfolgt schnell, selbst ohne Anwendung einer beson
deren Kunsthülfe. Reinigung der Geschlechtstheile mit Wasser, Aus
spritzen der Scheide mit schleimigen Abkochungen reicht in der Regel
vollkommen aus.
Diese Krankheit wurde bei Pferden häufiger als beim Rindvieh
beobachtet. Da sie aber durch den Begattungsact leicht übertragen
wird, so kommt sie in einmal inficirten Stallungen, oder in grösseren
Bezirken, auch unter den Kühen zuweilen in grösserer Ausbreitung
vor. Die Incubationszeit beträgt 3 bis 10 Tage. Bei Schweinen
und Schafen ist zuweilen ein ähnlicher Ausschlag ebenfalls beobachtet
worden.
Manchmal bilden sich zahlreiche grössere Geschwüre, mit harten
(callösen) Rändern, welche tiefer in das Gewebe eindringen und eine
bräunliche Flüssigkeit absondern, wodurch die Heilung sich verzögert,
so dass dieselbe erst nach 4 bis 8 Wochen erfolgt. Zu diesen
schwereren Erkrankungen gesellt sich dann auch zuweilen ein leichtes
Fieber, öfteres Uriniren, Abnahme der Fresslust und der Munterkeit
hinzu.
In solchen Fällen kann die Heilung des Uebels durch eine ent
sprechende äusserliche Behandlung, namentlich durch Reinlichkeit,
Desinfection und Touchiren der Wunden, oftmals begünstigt resp. be
schleunigt werden.
Die von Kolb 1. c. gegebene Schilderung des Bläschenausschlages unter
dem Rindvieh lautet:
Die gutartige Beschälseuche oder der Phtyctänen-Ausschlag an den Geni
talien des Rindviehs zeigte sich im Sommer 1870 in der Gemeinde Breitscheidt
unter folgenden Erscheinungen :
Bei Kühen entstand plötzlich ein blasenartiges Exanthem an den Genitalien,
mit mehr oder weniger leichtem Fieber und 8—14tägigem Verlaufe. Kurz nach
dem Bespringen der Kühe zeigte sich eine leichte ödematöse Anschwellung am
Wurfe und selbst zwischen den Hinterschenkeln. Die Schleimhaut der Mutter
scheide röthet sich stellenweise und sondert einen anfangs , eiweissartigen, klebrigen
Schleim ab, der später dickflüssig und röthlich gelb wurde und an den Rändern
des Wurfes gelbliche und bräunliche Krusten bildete. Manchmal floss dieser
Schleim anhaltend und besudelte dann den Schweif, die Schenkel etc., oder er
sammelt sich in der Scheide an und wird dann von Zeit zu Zeit in grosser Menge
ausgeworfen. Nach kurzer Zeit wurde die Vaginalschleimhaut schlaff und gelb
lich, am Wurfe zeigten sich linsen- und hanfkorngrosse Bläschen, die bald auf
brachen und meist flache alsbald mit dünnen Schorfen sich bedeckende Ge-
schwürchen bildeten, ■ die bald ein rothes, bald ein blasses, speckiges Ansehen
zeigten. Diese Geschwüre heilten binnen 6 bis 8 Tagen und hinterliessen glatte

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