Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/517/
weissliche Flecken. Wenn die Bläschen auf die behaarte Haut der Schenkel etc.
sich ausbreiteten, so entstanden daselbst weisse, haarlose Stellen. Das zu diesem
Localleiden manchmal hinzutretende Allgemeinleiden äusserte sich durch etwas
gesteigerte Pulsfrequenz, Sträuben der Haare, Mattigkeit und Abnahme der Fress
lust • wo bedeutende Genitalanschwellungen sich zeigten, war der Gang der Thiere
meist gespannt, Drang zum Uriniren und ein häufiges Wedeln mit dem Schwänze
vorhanden. Das Allgemeinleiden verlor sich meist schon in den ersten Tagen
der Krankheit. —
Unter derartigen mehr oder minder heftigen Erscheinungen waren in Breit
scheid etwa 80 Kühe erkrankt und von den beiden vorhandenen Bullen beim
Bespringen angesteckt worden.
Bei diesen Bullen fanden sich folgende Symptome: Starke Anschwellung
des Schlauches und der Ruthe mit vielen kleinen Bläschen an der Oberfläche
(meist am mittleren Theile) der Ruthe, aber auch an der Eichel und* der Harn
röhrenmündung. Es waren runde., hanfkorn- bis bohnengrosse derbe, warme und
empfindliche Knötchen, resp. Bläschen, im Gewebe der Vorhaut vorhanden; wo
die Haut von Natur weiss ist, erschien dieselbe geröthet. Bei einem der beiden
Bullen, bei welchem fragliche Knötchen sehr zahlreich vorhanden waren, schwoll
das Geschlechtsglied, der Schlauch und der Hodensack an ; hierzu gesellte sich
leichtes Fieber, verminderte Munterkeit und öfteres Uriniren. Die Bläschen ent
hielten eine gelblich-weisse, klebrige geruchlose Flüssigkeit und trockneten in
einigen Tagen zu bräunlichen Schorfen ein. Unter diesen erfolgte in 8 bis
14 Tagen die Abheilung mit Hinterlassung einer glänzend weissen Narbe, welche
längere Zeit sichtbar blieb. Bei dem am stärksten erkrankten Bullen hatten sich
in Folge von Vernachlässigung tiefere Geschwüre mit harten, callösen Rändern
gebildet, welche eine bräunliche Flüssigkeit absonderten und die Heilung um
mehrere Wochen verzögerten.
Die Krankheit soll auch in die Nachbargemeinde Eisemroth verschleppt
und dadurch eine Bulle und etwa 25 Kühe daselbst im nämlichen Sommer an
fraglichen Leiden erkrankt sein.

Das deutsche Reichs-Viehseuchen-Gesetz- vom 23. Juni 1880
enthält in Bezug auf Beschälseuche der Pferde und Bläschenausschlag
der Pferde und des Rindviehs folgende Bestimmungen:
§ 50. Pferde, welche an der Beschälseuche, und Pferde oder
Rindviehstücke, welche an dem Bläschenausschlage der Geschlechts
theile leiden, dürfen von dem Besitzer so lange nicht zur Begattung
zugelassen werden, als nicht durch den beamteten Thierarzt die voll
ständige Heilung und Unverdächtigkeit der Thiere festgestellt ist.
§ 51. Tritt die Beschälseuche in einem Bezirke in grösserer
Ausdehnung auf, so kann die Zulassung der Pferde zur Begattung
für die Dauer der Gefahr allgemein von einer vorgängigen Unter
suchung derselben durch den beamteten Thierarzt abhängig gemacht
werden.

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