Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/521/
Neben diesen Neubildungen auf den serösen Häuten, welche wegen
der Häufigkeit ihres Vorkommens in knotigen Formen schlechtweg
„Perlknoten“ genannt werden, findet man in den fortgeschrittenen
Graden des Leidens häufig auch ein mehr oder weniger hervortretendes
Lungenleiden, das unter Umständen sogar mehr, als die Perlknoten
der serösen Häute, in den Vordergrund tritt. Ja nicht ganz selten
findet man die Perlknoten nur vereinzelt, oder sie fehlen ganz, wäh
rend im Uebrigen alle Erscheinungen einer Lungenschwindsucht vor
handen sind. In letzterem Falle ist man streng genommen nicht
mehr berechtigt, die Krankheit als „Perlsucht“ zu bezeichnen. Will
man für in Rede stehende Zustände auch fernerhin einen gemeinsamen
klinischen Namen beibehalten, so wird man sie am besten „Schwind
sucht“ nennen. Obgleich die Frage nach der Natur der Perlsucht
und der Tuberculose, resp. des Tuberkels, so wie die Ansicht ge
wichtiger Autoren, dass der Tuberkel stets von käsigen Herden aus
gehe, noch strittig ist, so werden wir doch für die Diagnose während
des Lebens käsige Pneumonie und Perlsucht kaum von einander trennen
können. Erst nach dem Tode sind wir in der Regel im Stande, die
vorhandenen Zustände nach den Grundsätzen der pathologischen Ana
tomie strenger zu scheiden und auseinander zu halten. Will man alle
Krankheitszustände, welche dem Begriffe der Perlsucht des Rindviehs
bisher angereiht worden sind, in einen richtigeren klinischen Aus
druck zusammenfassen, so ist selbst der Collectivname „Lungenschwind
sucht“ noch zu wenig umfassend, da die Perlknoten und anderweitigen
Krankheitszustände vorzugsweise oder ausschliesslich in der Bauchhöhle
ihren Sitz haben können, während die betreffenden Krankheitspro
zesse in der Brusthöhle, namentlich in den Lungen, nur wenig oder
gar nicht hervortreten. Ausser einer pectoralen Form kommt somit
auch eine abdominale Form der Perlsucht, resp. Schwindsucht vor.
Die unter den Sammelbegriff „Schwindsucht des Rindviehs“
fallenden Krankheitszustände findet man besonders häufig bei Kühen,
weniger häufig bei Bullen und Ochsen, noch seltener bei Färsen und
nur ausnahmsweise bei Kälbern unter 1 Jahre. Nach Semmer (Re
vue Bd. I, No. 2, Wien 1878) ist die Perlsucht (resp. Schwindsucht)
des Rindes solRm den alten Aegyptern und Juden bekannt gewesen
und das Fleisch derartig erkrankter Thiere für den Consum als schäd
lich betrachtet worden. Nach den mosaischen Gesetzen ist der Genuss
des Fleisches solcher Rinder, in deren Lungen Knoten gefunden werden,
verboten.
Es empfiehlt sich nun, diese pathologisch-anatomisch verschiedenen

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