Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/523/
nicht unbedingt abhängig, da sie auch als selbstständige Krankheit
unter dem .Namen „Brüller- oder Brummel-Krankheit a auftritt und
dann in einem wassersüchtigen Zustande des einen oder anderen, oder
beider Ovarien, ihren Grund zu haben pflegt.)
Der Ernährungszustand perlsüchtiger oder tuberculöser Indivi
duen leidet in der ersten Zeit der Krankheit (besonders bei jüngerem
Vieh) nicht. Es kommt manchmal vor, dass die Perlsucht erst nach
dem Schlachten an ganz ausgemästeten Thieren vollständig uner
wartet zum Vorschein kommt.
Nicht selten treten im späteren Krankheits-Verlaufe Anschwel
lungen der nahe an der Körperoberfläche gelegenen Lymphdrüsen
ein, wodurch die Diagnose an Sicherheit gewinnt. Auch nimmt all
mählich die Fresslust ab, das Haar wird glanzlos und struppig, die
Schleimhäute werden blass, der Blick matt, es stellt sich Durchfall
und ein Zehrfieber ein, bis endlich die Thiere unter stets zunehmen
der Abmagerung zu Grunde gehen.
Der Verlauf der Krankheit ist ein sehr chronischer; es ver
gehen Monate, selbst Jahre, bevor das tödtliche Ende eintritt.
Die Prognose ist absolut ungünstig, indem in der einmal
äusserlich erkennbaren Krankheit ein Stillstand selten oder nie, viel
weniger eine Ausheilung eintritt. Die Patienten gehen früher oder
später an den Folgen dieses Leidens zu Grunde, wenn sie nicht vor
her geschlachtet werden.
Die Ursachen der Schwindsucht des Rindviehs sind noch
wenig gekannt. Wohl nicht ohne Grund wird ziemlich allgemein die
Vererbbarkeit der Anlage, resp. des Krankheitskeimes, von den
Eltern auf die Nachkommen angenommen; dieselbe dürfte bei der
Perlsucht wohl in erster Reihe unter den ursächlichen Momenten an
zuführen sein. Ausser der bekannten Thatsache, dass die Nachkommen
perlsüchtiger Rinder, namentlich wenn sie gute Milchkühe sind, häufig
an Perlsucht erkranken, sprechen auch die mehrfach beobachteten
Fälle von Perlsucht (und Lungentuberculoge) bei nur einigen Wochen
alten, von perlsüchtigen Müttern geborenen Kälbern für die Vererb
barkeit fraglicher Krankheit. Allerdings scheint der Prozentsatz perl
süchtiger Kälber ein sehr niedriger zu sein; unter 22320 getödteten
Kälbern fand Adam keins tuberculös, während von 10988 Stück
Grossvieh 321 (— 2,92o/o) tuberculös befunden wurden. In München
fand man 1,13°/o Ochsen, 5,30°/o Kühe, 0,68°/o Stiere, 0,73°|o Färsen
und 0,0006 o/o Kälber der Schlachtthiere genannter Kategorien tu
berculös. — Seit neuerer Zeit wird nun auch von einigen Sachver-
Pütz, Lehrbuch der ansteckenden Thierkrankheiten. 33

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