Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/53/
Bald nachher verabreichte Küchenmeister, mit Genehmigung der
sächsischen Staatsregierung, ausgebildete Schweinefinnen an zwei zum
Tode verurtheilte Mörder. Der Eine ass 3 Tage vor seinem Tode,
der Andere am 24. November 1859 zum ersten Male 4 Monate, zum
zweiten Male 2^2 Monate vor seiner Hinrichtung am 18. Januar 1860
mit den dargereichten Speisen entwicklungsfähige Finnen, welche
beiden Verbrechern ohne ihr Wissen in einer Suppe, oder in Blutwurst,
oder mit Wurstsemmel verabreicht wurden.
Im Darme der Hingerichteten fanden sich bei der Section
bei No. I. 10 Stück junge Tänien, 9 Stück von 3 bis
4 Mm. und ein Stück von 6—9 Mm.Länge;
bei No. II. fanden sich 19 Tänien, von denen 11 bereits
reife Proglottiden besassen.
Hierdurch, so wie durch andere von Leuckart, van Beneden,
Dav'aine etc. angestellten Versuchen an Menschen wurde der strin
gente Beweis geliefert, dass die Finne des Schweines und der Ein
siedlerbandwurm des Menschen zwei verschiedene Entwicklungsstufen
ein und desselben Parasiten sind. Seither haben wir denn auch die
Vorgänge bei diesen Umwandlungen näher kennen gelernt, wie dies
oben spezieller angegeben ist. —
Die Finnenkrankheit der Schweine kann nur dann mit Sicher
heit während des Lebens diagnosticirt werden, wenn die Blasenwürmer
an solchen Körperstellen vorkommen, wo sie dem Auge zugänglich
werden. Sie können überall im lockeren Bindegewebe des Körpers
und besonders im Bindegewebe der Muskel vorkommen; hier betten
sie sich oft in mehreren Tausend Exemplaren bei Schweinen ein. Sie
finden sich dann auch häufig im Bindegewebe der Zungenmuskel, so
wie im Bindegewebe der Augenlidbindehaut, woselbst sie bei ober
flächlicher Lage und bei einigermassen ausgebildeter Schwanzblase
gesehen und gefühlt werden können; unvollständig entwickelte Finnen
bleiben auch an diesen Stellen unerkannt. In den grossen Nerven-
centren, im Gehirn und Rückenmark, sind manchmal über 100 Stück
Finnen angetroffen worden. Man hat behauptet, im Speck kämen
dieselben nicht vor; dies ist jedoch nur für die Regel, keineswegs
aber ohne Ausnahme richtig. Nicht ganz selten trifft man auch # im
Speck Finnen an. In den Subarachnoidealräumen des Gehirns buchten
sich die Schweinefinnen nicht selten zu unregelmässigen Schläuchen
aus und erlangen so zuweilen eine traubige Form, ohne indess jemals
mehr, als einen Scolex zu erzeugen. (Cysticercus racemosus.)
Die aus den Eiern der Proglottiden des Einsiedlerbandwurmes

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