Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/54/
ausschlüpfenden Embryonen bedürfen eines 2*/? bis 3 Monate langen
Aufenthaltes im Bindegewebe, bevor sie zu entwicklungsfähigen Finnen
herangewachsen sind. Die Schwanzblase der Schweinefinne erlangt
keine beträchtliche Grösse (8 bis 10 Mm.). Sie enthält einen mehr
oder weniger spiralig gerollten, langen und stark geringelten Kopf-
zapfen. Die Schweinefinne hat eine elliptische Form und ist in den
Muskeln mit ihrem längsten Durchmesser in der Richtung des Faser
verlaufes in das intermuskulare Bindegewebe eingebettet. In geringer
Anzahl verursachen sie nur dann erkennbare Gesundheitsstörungen,
wenn sie in wichtigen Organen, so z. B. im Gehirn, sich eingebettet
haben; sind sie aber in grosser Anzahl im Körper verbreitet, so treten
allmählich Ernährungsstörungen auf, die zur Cachexie und schliesslich
zum Tode führen. Abmagerung, Schwäche und Lähmung der Glied
massen, Blässe der Schleimhäute, Anschwellung einzelner Körpertheile,
z. B. des Kopfes, der Schultern u. s. w., heisere Stimme u. der gl.
mehr, sind die Erscheinungen, welche jede Cachexie, mag sie durch
diese oder jene Ursache bedingt worden sein, kennzeichnen. Ebenso
wenig wie dieser Zustand während des Lebens als charakteristisch für
die Finnenkrankheit sich erweist, ebenso wenig ist dies der Fall bei
Erscheinungen, welche sich auf Gehirnreizung beziehen, da auch hier
der Zustand von einer durch andere Ursachen bedingten Gehirnreizung
sich nicht unterscheiden lässt.
Der Verlauf der Finnenkrankheit ist ein chronischer; nur nach
sehr reichlicher Einverleibung von Brut des Einsiedlerbandwurmes
scheint der Tod auch in Folge heftiger Darmreizung eintreten zu
können. Werden finnige Schweine in den Anfangsstadien der Ent
wicklung fraglicher Bandwurmbrut geschlachtet, wie dies zufällig ge
schehen kann, so besitzt das Fleisch besonders dann ein ganz nor
males Aussehen, wenn die Einwanderung der Brut nicht gar zu massen
haft stattgefunden hat. Bevor die Finnen einen gewissen Grad der
Reife erlangt haben, so dass sie im Darme des Menschen sich nicht
zu Bandwürmern entwickeln können, ist der Fleischgenuss unschädlich.
— Sind die Schweine indess an der Finnenkrankheit gestorben, oder
an derselben hochgradig erkrankt geschlachtet worden, so findet man
bei der Section die Muskeln blass, welk, durchfeuchtet und schmierig.
In einem solchen Schweine sind manchmal gegen 12 bis 20 Tausend
Finnen (30—40 Stück in einem Loth Fleisch) vorhanden. Am zahl
reichsten sind sie gewöhnlich in den Hals- und Brustmuskeln, so wie
in der Muskulatur der Schultern und der Keulen vorhanden. In se
rösen Höhlen werden sie zuweilen frei angetroffen.

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