Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/56/
Kochen, so wie durch sorgfältiges Einpökeln und längeres Räuchern
unschädlich gemacht werden kann, während andernfalls aus den Finnen
Bandwürmer sich entwickeln. In den gewöhnlichen Fleischläden soll
derartiges Fleisch aber nie zerlegt werden, weil sonst die Möglichkeit
nicht ausgeschlossen ist, dass auch andere Fleischwaare durch Finnen
verunreinigt und dadurch infectiös werden könnte.
Fleisch von finnigen Schweinen, welche bereits abgemagert und
cachectisch geworden sind, darf zum Genusse für Menschen unter
keinen Umständen zugelassen werden.
Bei Schweinen beziehen sich die prophylactischen Massregeln
vorzugsweise auf junge Thiere bis zu etwa 9 Monaten, da ältere
Individuen mit Eiern des Einsiedlerbandwurmes sich nicht mehr zu
inficiren pflegen, weil wahrscheinlich die Embryonen die bereits resistenter
gewordenen Gewebe ihres Wirthes nicht mehr zu durchdringen ver
mögen. Wo die jungen Schweine im Stalle. aufgezogen und vor jeder
Gelegenheit, die Brut der Taenia solium aufnehmen zu können, bewahrt
werden, da sind dieselben gegen die Finnenkrankheit sicher geschützt.
Ausser beim Schweine sind auch bei Hunden, Rehen, Alfen,
Bären, Schafen, Ratten und Katzen in selteneren Fällen Finnen be
obachtet worden. Dr. Pauli, Departementsthierarzt in Berlin, fand
bei einem Neufundländer Hunde, der wegen seines schwankenden
Ganges mit gesenktem und steif gehaltenem Kopfe für wuthkrank
gehalten und erschlagen worden war, sowohl in sämmtlichen Muskeln,
als audi im Gehirn erbsengrosse Finnen in reichlicher Menge, Bereits
im Jahre 1864 (Bericht über das Veterinär wesen im Königreiche
Sachsen) hat Leisering das Vorkommen von Cysticercus cellulosae
bei Hunden bestimmt nachgewiesen, und zwar nicht blos in den
Muskeln, sondern auch in Lunge und Leber. J. Vogel und Gerlach
fanden bei Hunden die Hirnsubstanz mit Schweinefinnen reichlich
durchsetzt. Dennoch ist Leuckart die künstliche Züchtung von
Finnen aus den Eiern der Taenia solium beim Hunde, wie beim
Schafe, nicht gelungen. — Beim Menschen wurden diese Parasiten
im Bindegewebe unter der Haut, in den Nieren, im Gehirn, im Auge
und in den Muskeln, in letzteren manchmal massenhaft und dann auch
wohl im Herzmuskel angetroffen. Im Gehirn des Menschen kommen
dieselben nicht so sehr selten vor und sind dann meist in grösserer
Anzahl daselbst vorhanden. Sie sitzen gewöhnlich in der grauen Ge
hirnsubstanz; zuweilen findet man einzelne abgestorben und in eine
mörtelähnliche Masse verwandelt, in welcher sich meist nur noch ein
zelne Haken des Hakenkranzes nachweisen lassen.

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