Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/57/
Finnen im Gehirn des Menschen verursachen schwere Krank
heitszufälle, welche in der Regel erst nach langer Dauer, nicht selten
erst nach mehreren Jahren, mit dem Tode enden. In allen solchen
Fällen hat wahrscheinlich eine Selbstinfection stattgefunden, indem
reife Proglottiden eines im Dünndärme des betreffenden Menschen
wohnenden Einsiedlerbandwurmes durch antiperistaltische Bewegungen
der Darmwandungen in den Magen gelangen, woselbst die Embryonen
frei werden, und in der früher angegebenen Weise ihre Wanderung
bewerkstelligen. In der Möglichkeit einer solchen Selbstinfection mit
Brut der Taenia solium liegt für den Menschen eine weit grössere
Gefahr, als in den Zufällen, welche durch den Bandwurm selbst ver
anlasst werden.
Aus diesem Grunde, so wie auch mit Rücksicht auf die Mög
lichkeit einer Infection junger Schweine, sind. Bandwurmkuren beim
Menschen überall vorzunehmen, wo die Anwesenheit einer Taenia
solium (oder eines anderen Bandwurmes) festgestellt ist; es ist dies
selbst auch dann geboten, wenn der betreffenden Person keinerlei
Beschwerden durch den Parasiten verursacht werden. Dass jeder ab
getriebene Bandwurm, so wie die spontan abgebenden Proglottiden
eines solchen, durch Feuer oder sonstwie zerstört und nicht etwa ein
fach weggeworfen werden sollen, liegt nahe genug.
Nach Küchenmeister soll unter den bisher besprochenen Schweine
finnen auch eine andere Finnenart vorkommen, welche man gewöhnlich
als „Rindsfinne* bezeichnet. Diese ist von einer Kapsel (Finnensack)
umhüllt, die der Parasit nicht ganz ausfüllt. Sie ist länglich-rund,
kleiner und trockner als die Schweinefinne und stellt die Vorstufe
der Taenia saginata (früher T. mediocanellata) des Menschen dar.
Fütterungsversuche, welche mit reifen Proglottiden dieses Bandwurmes
an Schafen und Schweinen vorgenommen wurden, blieben bisher ohne
Erfolg, während dieselben, so weit mir bekannt, bei Kälbern zur
Entstehung der sog. Rindsfinne führten.
Eine eigentliche Finnenkrankheit des Rindes kennt man indess
nicht. Der Grund hierfür scheint darin zu liegen, dass Kälber
kaum jemals Gelegenheit haben, sich mit der Brut der Taenia medio
canellata in dem Masse inficiren zu können, wie dies bei Schweinen,
die Menschenkoth aufsuchen und begierig verschlingen, der Fall ist.
Deshalb mögen denn die Rindsfinnen für gewöhnlich nur so vereinzelt
vorkommen, dass sie während des Lebens ihres Wirthes keine Ge
sundheitsstörungen verursachen und nach dem Tode desselben in der
Regel übersehen werden. In Wien, wo die Taenia mediocanellata

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