Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/58/
die beim Menschen am häufigsten vorkommende Bandwurmart ist,
hat man der Finnenkrankheit verdächtiges Rindfleisch verschiedene
Mal genauer untersucht, ohne indess fragliche Parasiten zu finden.
Und dennoch ist es wahrscheinlich, dass dort die Rindsfinne nicht so
ganz selten vorkommt.
Das weniger massenhafte Vorkommen der Rindsfinne in einem
Individuum dürfte sich aus folgenden biologischen Verhältnissen leicht
erklären lassen.
Die Glieder der Taenia saginata verlassen den Darm ihres
Wirthes zum grossen Theile spontan, wozu sie durch ihre kräftige
Muskulatur besonders befähigt sind. Sie kriechen so lange vorwärts,
bis die zunehmende Erkaltung ihrer Muskelthätigkeit ein Ziel setzt.
Im Bette verbreiten sie sich öfter über den Körper ihres früheren
Wirthes weiter, besonders wenn dessen Haut feucht ist; auch sind sie
mehr als 1 Meter hoch über dem Bette ihres früheren Wirthes an
getroffen worden. In lauwarmem Wasser kann man die Bewegungen
der Proglottiden stundenlang beobachten. Da dieselben meist schon
im Anfange ihrer Loslösung von der Colonie einen geringen oder
grösseren Theil ihrer Eier abgeben, und zuweilen sogar nahezu eilos
werden, so erklärt sich die Thatsache, warum die letzten Proglottiden
nicht die massigsten zu sein pflegen. In der Regel ist es der vordere
Rand der Proglottiden, aus dem die Eier hervortreten, da hier der
Fruchthälter mit Längscanal und Seitenzweigen der Körperperipherie
am nächsten liegt und deshalb dem Drucke der sich contrahirenden
Muskulatur am wenigsten Widerstand zu leisten vermag. Nach der
Loslösung sieht man die Eier an der bezeichneten Stelle während des
Umhetkriechens manchmal stromartig hervorfliessen. Auf diese Weise
wird die Eibrut der Proglottiden der Taenia saginata mehr verstreut
und dadurch die Gelegenheit zur massenhaften Aufnahme derselben
vermindert; namentlich sind die den Pflanzen etwa aufsitzenden Pro
glottiden häufig sehr arm an Eiern. Eileere Proglottiden haben so
bedeutend an Querdurchmesser verloren, dass sie fast cylindrisch ab
gerundet erscheinen und in Folge dessen mehrfach mit Spulwürmern
verwechselt worden sind. — Am veränderlichsten ist das vordere
Körperende der losgelösten Proglottiden, das bald conisch sich zu
spitzt, bald fast kugelförmig auftreibt oder spatelartig sich abplattet,
während das hintere Ende seine Form nur in so weit verändert, als
es mit seinem lippenförmig gewulsteten Rande, der früher den vor
deren Rand des angrenzenden Gliedes manschettenartig umfasste,
eine Art Saugnapf bildet, mittelst dessen das Glied bei seinen Be-

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