Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/582/
Die entwickelten Gase. lässt man etwa 6 Stunden lang bei fest ver
schlossenen Thüren, Fenstern und sonstigen Oeffnungen einwirken,
worauf diese sämmtlich geöffnet und der betreffende Raum gut durch
lüftet werden muss, bevor derselbe wieder mit Vieh besetzt werden darf.
Können die Thiere nicht aus dem Stalle entfernt werden, so
mache man nach gründlicher Reinigung desselben folgende Räuche
rungen : 100 Theile Salpeter übergiesse man in einem entsprechend
grossen irdenen Gefässe mit 25 Theilen eines Gemisches aus Schwefel
säure und Wasser zu gleichen Theilen. Die sich bildenden Gase
bestehen aus Salpeter- und Untersalpetersäure, und können selbst von
kranken Thieren ohne besonderen Nachtheil eingeathmet werden; sie
sollen an desinficirender Kraft der schwefeligen Säure bedeutend nach
stehen und müssen einige Tage lang wiederholt angewendet werden.
Ueber den Gebrauch des Chlorkalks, des Aetzkalkes, der Carbol
säure etc. ist an anderen Orten die nöthige Anleitung gegeben worden,
weshalb ich in Bezug hierauf, um unnöthige Wiederholungen zu ver
meiden, auf das Sachregister verweise.
Die Desinfection muss sich auf alle Gegenstände erstrecken,
welche Träger des Ansteckungsstoffes geworden sein können, ausser
den Stallräumen also auch sämmtliche Stall-Utensilien, Abzugscanäle
und diejenigen Kühe mit umfassen, die bereits abortirt haben, oder
inficirt sind. Die verunreinigten Schwänze und andere Körpertheile
werden mit einer 3prozentigen Carbolsäurelösung abgewaschen, der
Geschlechtscanal mit lprozentiger oder 2prozentiger Carbolsäurelösung
täglich einigemal ausgespritzt u. s. w. Dabei darf eine strenge
Trennung der gesunden und inficirten Thiere von einander nie ver
säumt und ein Verkehr der Wärter beider Abtheilungen nicht ge
stattet werden.
Die Verabreichung innerlicher Arzneimittel ist ganz nutzlos.
Auf die Vermeidung der Einschleppung des betreffenden Infections-
stoffes verwende man alle mögliche Sorgfalt.

25. Die Glatzflechte unserer Hausthiere und des Menschen.
Die Glatzflechte (Herpes tonsurans oder tondens) wird durch
einen auf und in der äusseren Haut des Menschen und der Thiere
schmarotzenden Pilz verursacht, welcher theils zwischen den Epidermis
zellen wuchert und diese in einen feinen Staub verwandelt, theils in
die Haare und Haarbälge eindringt und in letzteren eine mehr oder

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