Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/588/
578 Die Glatzflechte etc.; Pilzvegetation und Prognose.
Man sieht fast durchweg nur allerfeinste Fäden. Zugleich bekömmt man hier
eine Aufklärung über die Bedeutung der den feinen, glattrandigen Fäden von
Stelle zu Stelle eingestreuten Kernen. Man sieht hier ganz deutlich, dass diese
Fäden aus langen, bisquitförmigen Zellen zusammengesetzt sind und dass zwischen
je zwei derselben ein kleiner rundlicher Körper eingeschoben ist, der bei ein
zelnen Fäden mit den langen Zellen organisch sich verbindet, bei anderen den
selben lose anliegt, oder in Abwechslung mit jenen überhaupt nur eine durch
brochene Kette von Elementen darstellen hilft.
Die geschilderten Mycelfäden und zellförmigen Pilzelemente durchsetzen
vorwiegend den von der Haarwurzelscheide eingeschlossenen Theil des Haares,
reichen aber in manchen Haaren noch ziemlich weit in den freien Theil des
Haarschaftes hinauf, nach abwärts in die Haarwurzel, welche sehr oft pinselartig
zerfasert, oft aber auch glattkolbig erscheint.
Zwischen den Epidermisschichten der Haut ob erstäche finden sich die näm
lichen Pilzelemente, Filamente u. s. w., wie innerhalb der Wurzelscheiden und
des Haares. Am sichersten und schnellsten findet man die gut ausgebildeten
Mycelien auf den schon älteren Scheiben und Kreisen und zwar an den nahe der
Peripherie liegenden Partien. Ihre eigentliche Lagerstätte ist die Grenzregion
der untersten Platten der hornigen Epidermis und der obersten Schichten der
saftigen Retezellen. In den tieferen Schichten des Malpighischen Schleimnetzes
der Haut findet sich der Pilz nicht mehr. An eben entstehenden Herpesflecken
ist der Pilz eben so schwer nachzuweisen, wie an den Stellen überhaupt, an
welchen der Prozess sehr rasch abläuft, oder von denen er rasch weiterschreitet.
Gegen Ende der ersten und im Verlaufe der zweiten Woche, wo schon kreuzer
grosse und grössere, in der Mitte reichlich schilfernde Flecke sich vorfinden, ge
lingt es schon leicht, reichliche Mycellager nachzuweisen. (Kaposi.)
Man sieht in vorstehender Figur 70 glattrandige und gegliederte, oder regel
mässig septirte, im Ganzen langgestreckte, einfache und verästigte, stellenweise
quirlförmig ramificirte Mycelien von ziemlich gleichartigem Kaliber. Einzelne
nicht septirte Fäden von ausserordentlicher Feinheit. Nebst dem Körnchenhaufen,
isolirte, auffallend grosse, ovoide, stark lichtbrechende Gonidienzellen und andere
kleinere, rundliche und polyedrische zu Ketten angereiht.
Die Frage nach den verschiedenen Lebensformen der einzelnen
Pilzarten hat für uns zunächst kein weiteres practisches Interesse, inso
fern alle Mycosen der äusseren Haut so ziemlich in der gleichen Weise
und mit den nämlichen Heilmitteln behandelt werden.
Die Prognose ist bei der Glatzflechte im Allgemeinen günstig,
da das Leiden bei entsprechender Behandlung meist leicht und schnell
geheilt werden kann. Wird dasselbe vernachlässigt, so nimmt e&
in der Form des Teigmauls bei Säuglingen zuweilen einen ungün
stigen Verlauf, indem die Patienten, besonders in Folge der behin
derten Nahrungsaufnahme, abmagern. Nach eingetretener Heilung der
kranken Hautstellen dauert es manchmal lange, bis die verloren ge
gangenen Haare wieder nachwachsen. Bei älteren Bindern tritt ge
wöhnlich spontane Heilung ein, während bei jüngeren Thieren meist

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