Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/590/
Nachfolgern findet sich der Ausdruck „Favus“, jedoch nicht im heutigen
Sinne. Dagegen scheinen die Araber unseren Erbgrind gekannt und
„Sahafati sicca“ oder „Alvathim“ genannt zu haben. Die ärztlichen
Schriften des Mittelalters bekunden deutlich, dass man zu jenen Zeiten
den Erbgrind des Menschen gekannt, aber unter dem gemeinschaft
lichen Namen „Tinea“ mit anderen Krankheiten des behaarten Kopfes
zusammen geworfen habe. — Lorry war der Erste, der nur eine
einzige „Tinea“ annahm, welche offenbar unserem „Favus“ entspricht
(Tractat. de morb. cutaneis, Parisiis 1877, pag. 462). — Bei Mahon
(Recherches sur le siöge et la nature des teignes, Paris 1829) findet
sich zuerst die richtige Angabe, dass der Favus nicht mit Pusteln
erscheine (1. c. pag. 6) und dass die Krankheit contagiös sei. —
Die Entdeckung Schoenlein’s (Zur Pathogenie der Impetigines,
Müller's Archiv 1839, pag. 82, Taf. III, Fig. 5) verbreitete erst volles
Licht über die (Pilz-) Natur der Favusmassen. Remak, der bereits
früher (1837) erkannt hatte, dass die Favusborken nicht aus gewöhn
lichen Eintrocknungsproducten bestehen, nannte später bei genauerem
Studium des entdeckten Pilzes diesen letzteren zu Ehren seines Ent
deckers „Achorion Schoenleinii.“
Bei Thieren wurde zuerst von Gerlach eine Dermatomycose der
Hühner unter dem Namen „Grind der Hühner, Tinea (Favus Porrigo)
Galli, Hahnenkammgrind, Tinea cristae Galli, weisser Kamm“ nebst
dem gefundenen Pilze (Magazin, Berlin 1858 8. 236 u. folg.) be
schrieben. — Gleichzeitig und unabhängig von Gerlach hat Müller
in Wien diesen Ausschlag, ebenfalls mit dem betreffenden Pilze
(Wiener Vierteljahrsschrift 1858, Heft 1, S. 37 u. folg.) beschrieben.
Ebenso Leisering (Vet. Bericht des Königreichs Sachsen 1858, 8. 32
und folg.). Gerlach sagt 1. c. S. 237: Der Ausschlag beginnt am
Kamme und den Ohrläppchen und äussert sich zunächst dadurch, dass
kleine weisse Flecke (Schimmelflecke) entstehen, die der Zahl und
Grösse nach zunehmen, zusammenfliessen und so den ganzen Kamm etc.
mit einem weissen Beschläge überziehen, der immer dicker wird und
schliesslich eine Borke bildet. Weiterhin springt dieser* Ausschlag
auf die Kopfhaut über, geht dann langsam kriechend am Halse hinab,
auf dem Rücken entlang und verbreitet sich so nach und nach über
den ganzen Körper, wenn die Thiere nicht schon früher zu Grunde
gehen. Die Haut verdickt und bedeckt sich mit Schuppenkruste,
welche zunächst in die Federsäcke hinabsteigen, die Federn lockert, so
dass sie mehr oder weniger aufgerichtet stehen, schliesslich ausfallen
und, namentlich die feinen Dunen, an der Wurzel mit einer Kruste

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