Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/591/
umgeben sind, wie die Haarwurzeln bei Herpes tonsurans. Wenn
der Ausschlag von dem Kamme auf die befiederte Kopfhaut übergeht,
dann beginnt auch die Abzehrung, so dass die Thiere bei kahl ge
wordenem Halse schon mager und matt sind und bei Weiterbreitung
dann gewöhnlich an Erschöpfung sterben. Die Verbreitung des Aus-
schlages erfolgt erst sehr langsam; mehrere Wochen vergehen, ehe
der Kamm ganz beschlagen ist. Der Hebergang vom Kamme auf
die Haut des Kopfes und Halses erfolgt (nach Gerlachs Beobachtungen)
immer erst, wenn der Kamm bereits ganz incrustirt ist. Ist der
Hebergang auf die Haut einmal erfolgt, so schreitet die Weiterver-
breitung des Ausschlages rasch voran; immer aber vergehen indess einige
Monate, bevor eine allgemeine, Gefahr drohende Verbreitung eintritt.
Nach Zürn (die Krankheiten des Hausgeflügels, Weimar 1882,
S. 137) scheinen ganz besonders die Hühner der schweren, asiatischen
Racen, vorzugsweise die Cochinchinas, in geringerem Grade aber
auch alle anderen Hühnersorten für den Erbgrind empfänglich zu sein.
In Bezug auf Vorbeuge und Behandlung sagt Zürn 1. c. fol
gendes: Eine Behandlung ist bei Hühnern nur von Erfolg, wenn sie
rechtzeitig vorgenommen wird, d. h. dann, wenn die Krankheit nur
Kamm und Kehllappen befallen hat.
Benzin oder Karbolsäure mit Schmierseife zur Salbe (1 : 20)
gemacht und täglich einmal eingerieben, oder die weisse Präcipitat-
salbe (1 : 6 bis 8) tüchtig eingerieben, kann (neben Seifenwaschungen)
Hilfe bringen. Ist der Ausschlag erst auf gefiederte Körpertheile
übergekrochen, dann ist es besser, die Thiere sofort zu todten und
zu verbrennen.
Die Vorbeuge verlangt Isoliren der Kranken; Desinfection der
Ställe, welche sie bewohnt haben.
Beim Hunde hat wahrscheinlich St. Cyr den Erbgrind zuerst
festgestellt. Später wurde auch von Siedamgrotzby, Zürn und An
deren diese Krankheit bei Hunden beobachtet. Das Vorkommen der
selben bei Katzen constatirte Draper (in New-York) im Jahre 1854.
Derselbe beobachtete, dass Katzen durch den Genuss favuskranker
Mäuse an den Lippen und Backen sich inficirten und dass die Krank
heit von Katzen auf Kinder überging. Auch beim Pferde und Ka
ninchen kommt Favus vor. Gerlach gelang es nicht, Pferde, Rinder
und Hunde mit Favuspilzen des Huhnes zu inficiren , während ihm
die Infection eines Menschen gelang (1. c. 8. 240 und 241).
Der Favuspilz tritt von der Epidermis aus in zahlreichen Ausläufern zwi
schen die Zellenschichten der Haarwurzelscheiden und in die Schichten der Haar

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