Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/596/
In Folge des Juckreizes tritt bei längerer Dauer des Leidens
Abmagerung ein, da die Patienten fortgesetzt beunruhigt und an der
Aufnahme und Assimilation der Nahrung beeinträchtigt werden.
Die Ursache dieses Uebels ist noch gänzlich unbekannt. Die
Behandlung desselben ist die nämliche, wie beim Teigmal.

26. Die Schlämpemauke des Rindviehs.
Diese Krankheit ist erst seit wenigen Jahrzehnten bekannt und
hat namentlich seit Einführung einer reichlichen Fütterung mit Kar-
toffelschlämpe eine grössere Verbreitung und Beachtung gefunden.
Dieselbe besteht in einer bald mehr oberflächlichen, bald tiefer gehen
den Entzündung der äusseren Haut vorzugsweise an den Fussenden,
weniger häufig und allgemein an anderen Körperstellen; ihr Ausbruch
ist nicht selten mit einem deutlich wahrnehmbaren Fieber verbunden.
In der Regel zeigen sich die localen Erscheinungen zuerst an den
hinteren Gliedmassen; nur selten werden später auch die Vorderbeine mit
ergriffen. Zuweilen aber erkranken diese zuerst, oder sogar für sich
allein. Das Leiden tritt nur in seltenen Fällen an allen Füssen gleich
zeitig auf; auch fehlt es nur ausnahmsweise an allen Füssen, während
in einer etwas modificirten Form die localen Prozesse an irgend einer
anderen Körperstelle sich entwickeln, aber die übrigen Stallgenossen
zum Theil in der gewöhnlichen Weise an der Schlämpemauke er
kranken.
Die betroffenen Stellen der Haut sind zunächst blutreich, ge
schwellt, bald nachher erscheinen sie, so wie auch das ihnen benach
barte Unterhautbindegewebe serös infiltrirt, worauf die Epidermis sich in
Form von Bläschen abhebt. Nach dem Platzen dieser Bläschen besteht
eine spezifisch muldrig riechende Ausschwitzung fort, welche nach
einigen Tagen, manchmal erst nach wenigen Wochen, zu Borken von
verschiedener Dicke eintrocknet. Der Ausschlag, welcher an be
schränkten Stellen über dem Hufe bis über das Fussgelenk hinaus
zu beginnen pflegt, breitet sich von da aus langsam aus, ohne für
gewöhnlich über die Fusswurzelgelenke hinaus zu gehen. Derselbe
erregt namentlich zur Zeit der Bläscheneruption ein starkes Haut
jucken. Die Thiere legen sich nicht gern, jucken oder reiben sich
viel, treten unruhig hin und her. Wo Fieber vorhanden war, verliert
sich dasselbe mit der Bläscheneruption. In hochgradigen Fällen kommt
es zu brandigem Absterben einzelner entzündeter Hautpartien, zur

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