Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/597/
Betheiligung der Lymphgefässe, zur Eiterbildung und zu Ablagerungen
an verschiedenen Körperstellen. Eine derartige Verschlimmerung des
Leidens kann die Folge von anhaltendem oder starkem Reiben,
Scheuern oder Benagen der kranken Hautstellen, oder von ander
weitigen nachtheiligen Einflüssen sein. — Bei intensiver Schlämpe-
fütterung pflegt früher oder später Durchfall einzutreten, der aber
auch fehlen kann; in der Regel jedoch sind die Excremente weicher
als bei ganz gesunden Thieren.
Eine gewisse individuelle Disposition ist hier, wie bei anderen
Krankheiten nicht zu verkennen; es geht dies daraus hervor, dass in
ein und demselben Stalle bei ganz gleicher Fütterung und Pflege ge
wisse Thiere schwer, andere leicht und wieder andere gar nicht
erkranken. Verhältnissmässig häufig und schwer werden Bullen und
Ochsen von der Schlämpemauke ergriffen. Ferner tritt in Viehbe
ständen mit starkem Viehwechsel die Krankheit im Allgemeinen häu
figer und heftiger auf, weil die neu angekauften Thiere einestheils
noch nicht an das neue Getränk gewöhnt sind, anderntheils weil ihnen
dasselbe gewöhnlich sehr zusagt und sie in Folge dessen grosse Mengen
desselben gierig aufnehmen.
Der Verlauf der Schlämpemauke ist meist ein gutartiger; in
günstigen Fällen lässt die Ausschwitzung von Lymphe unter den dünnen
bräunlichen Borken alsbald nach, so dass diese bereits in 8—14 Tagen
abfallen mit Hinterlassung einer bereits neu benarbten Haut. Nicht
selten aber kommen auch hartnäckige und selbst tödtlich endende Fälle
vor. Letztere stehen namentlich dann in Aussicht, wenn die Schlämpe-
fütterung selbst in höheren Graden des Leidens nicht aufgegeben,
oder nicht auf ein Minimum beschränkt werden kann. Wo es zur
Bildung von tieferen Hautgeschwüren, von Rissen und Schrunden
kommt, wo namentlich grössere Quantitäten eines schlechten, übel
riechenden ätzenden Eiters sich bilden, da pflegt die Krankheit sich
Wochen, selbst Monate lang hinzuziehen, wobei die Patienten ab
magern und in Folge von Blutvergiftung sogar zu Grunde gehen
können.
Die Ursachen der Schlämpemauke sind noch wenig erforscht;
wir wissen nur, dass dieselben zur Fütterung von Kartoffeln, deren
Kraut und besonders deren Branntweinschlämpe in einer gewissen Be
ziehung stehen. Man hat namentlich die Verunreinigung der Fuss
enden mit Urin, Koth u. s. w. beschuldigt; diese Dinge mögen allen
falls die Disposition erhöhen, können aber an und für sich die Krank
heit nicht erzeugen. Dass eine Beschmutzung der Beine etc. an und

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