Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/64/
2. Die Drehkrankheit der Schafe, des Rindes (und Pferdes).
Diese Krankheit characterisirt sich durch Störungen der Gehirn
functionen und der willkürlichen Bewegungen, welche durch die Ein
wanderung der Brut eines Bandwurmes vom Hunde, der sogen. „ Taenia
Coenurus* verursacht werden. Die Infection findet durch die Auf
nahme von Futtermitteln statt, welche an Taenia Coenurus leidende
Hunde mit ihrem Kothe verunreinigt haben. Deshalb sehen wir die
Krankheit denn auch am häufigsten bei Weidevieh, namentlich aber
bei Schafen auftreten, denen nicht selten durch die eigenen Hunde
des Schäfers die Bandwurmbrut in reichlichem Maasse zugeführt wird.
Die Drehkrankheit der Schafe kommt am häufigsten bei
Lämmern, etwas weniger häufig bei Zeitschafen und nur selten bei
Schafen über 2 Jahre zur Beobachtung. Die ersten Erscheinungen
des Leidens pflegen zur Zeit des Weideganges im Spätsommer oder
im Herbste sich einzustellen. Sie bestehen in Trägheit, Mattigkeit,
abnormer Haltung des Kopfes, der entweder gesenkt oder seitwärts
gebogen, auch wohl anhaltend aufwärts geltreckt oder gar zurück
gebogen getragen wird; die weisse Haut (undurchsichtige Hornhaut)
des Augapfels sowie die Augenlidbindehaut sind höher geröthet, der
Schädel vermehrt warm und der Puls frequent. Der Grad dieser
Erscheinungen ist von der Zahl der in das Gehirn eingewanderten
Tänienbrut abhängig.
Bei Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute drängen die
Thiere unaufhaltsam nach vorwärts, bisweilen auch nach der einen
oder anderen Seite, oder sie drehen sicfi um eine am Boden fest
gestellte Gliedmasse im Kreise; nicht selten gehen sie auch den so
genannten Reitbahngang, d. h. sie bewegen sich in einem grösseren
Kreise fortwährend nach rechts oder links, zuweilen auch abwech
selnd bald nach dieser, bald nach jener Seite. Manchmal sind sie
nicht im Stande, sich auf den Füssen zu erhalten; sie stolpern häufig
und fallen zu Boden. Die Trübungen des Bewusstseins werden deut
licher wahrnehmbar. Nicht selten machen sich^auch Gehirnkrämpfe
bemerkbar, welche sich namentlich durch Zähneknirschen, schaumiges
Maul, Verbiegen des Halses, Schiefstellung der Augäpfel und durch
Muskelzuckungen an verschiedenen Körpertheilen kennzeichnen. Bei
hochgradiger Infection können die Patienten bereits in diesem (ersten)
Stadium der Krankheit zu Grunde gehen, was gewöhnlich nur in ver
einzelten Fällen vorzukommen pflegt. In der Regel tritt nach 8 bis

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