Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/641/
Das Viehseuchengesetz Frankreichs; Motive.

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Die Quarantänen an den Grenzen behindern den Eintritt dieser Krank-
heit in unser Land. Die Entschädigung, welche die Declaration be-
schleunigt, führt die unverzügliche Ausrottung des Infectionsherdesherbei.

Gegen die Lungenseuche, die ich (der Berichterstatter der franz.
Deputirten-Kammer) für sehr gefährlich und sehr verhängnisvoll
halte, sind diese Mittel unwirksam; ebenso sind alle Heilmittel unnütz,
obgleich spontane Heilungen nicht selten sind. Gesund erscheinende
Thiere sind oft krank und verschleppen die Krankheit auf grosse Ent-
fernungen.

Im Departement du Nord hat man seit 19 Jahren 52 Millionen,
somit durchschnittlich in jedem Jahre 2,700000 Frs. Entschädigung
bezahlt.

Was die Impfung anbelangt, so ist dieselbe in vielen Fällen
wirksam: aber sie bringt den Thieren grosse Gefahren, welche oft
zur Amputation des Schwanzes (resp. eines Theiles desselben nöthigen).

In Deutschland, in Oesterreich-Ungarn, in Belgien, in Holland
und in der Schweiz tödtet man die inficirten Thiere und dennoch be-
steht die Lungenseuche fort.........................................

Holland hat ausser der obligatorischen Tödtung im Jahre 1878
durch ein Spezialgesetz die obligatorische Zeichnung und Impfung der-
jenigen Thiere angeordnet, welche der Lungenseuche-Infection aus-
gesetzt gewesen sind.

Die Tilgung fraglicher Krankheit, welche bekanntlich lange Zeit
im Königreiche der Niederlande wüthete, soll, Dank der streng über-
wachten Ausführung der Desinfectionsmassregeln, der Impfung und
Tödtung erzielt worden sein. Das Resultat der Lungenseuchetilgung
ist dort somit ein vollkommenes gewesen*). Es möge uns gestattet
sein, einen ähnlichen Erfolg in Frankreich zu hoffen.

Unserem Gouvernement erscheint dieser Erfolg für Frankreich
zweifelhaft. Und in der That muss man Rechnung tragen den sehr
verschiedenen Verhältnissen Hollands, eines Landes der Viehzucht, in
welchem die Einfuhr von Rindvieh gleich null ist **), und Frankreichs,

*) Wenn auch der Ausdruck „vollkommen“ hier nicht absolut richtig ist,
so muss doch das Resultat als ein eminent günstiges, resp. relativ vollkommenes
bezeichnet werden. P.

*'*) Der Berichterstatter scheint die Verhältnisse der Viehhaltung und des
Viehwechsels im südholländischen Spoelingsdistricte nicht zu kennen, oder nicht
richtig zu würdigen. In diesem, so wie in anderen Theilen Hollands besteht ein
sehr bedeutender Viehwechsel. Ob die eingeführten Thiere vom Auslande oder
vom Inlande kommen, ist weniger wichtig, als ob dieselben lungenseuchekrank

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