Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/65/
10 Tagen eine Remission in den Krankheitserscheinungen ein, so dass
der Nichtkenner sich der Hoffnung hingibt, dass alles glücklich über
wunden sei. In dieser Hoffnung wird er leicht um so sicherer, als
meist 4 bis 6 Monate vergehen, bevor die eigentliche Drehkrankheit
zum Ausbruche kommt. Nur in ganz seltenen Fällen (2 : 100) ge
langt die Brut der Taenia Coenurus im Gehirn nicht zur Entwicklung,
sondern geht abortiv zu Grunde, und wo dies geschieht, da tritt nach
dem ersten Krankheitsstadium dauernde Genesung wirklich ein.
Bei der langsamen Entwicklung der Gehirnquese dauert es bis
zum Winter oder gar bis zum Frühjahre (je nachdem die Tänien-
brut früh oder spät (im Sommer oder Herbst) eingewandert ist, bis
die Erscheinungen der eigentlichen Drehkrankheit hervortreten. Mit
derselben stellen sich neuerdings .Störungen im Bewusstsein und in
den willkürlichen Bewegungen ein, die sich allmählich steigern. Die
Patienten bleiben hinter der Herde zurück oder folgen derselben
gar nicht mehr. Der Kopf wird wieder zur Seite, oder abwärts, oder
aber aufwärts getragen. Die kranken Thiere bekunden oft periodisch
eine mehr oder weniger vollkommene Bewusstlosigkeit und rennen
mit dem Kopfe an verschiedene Gegenstände an. Ihr Blick ist stier,
das Auge glotzend, die Fresslust gestört oder ganz unterdrückt;
immer mehr macht sich Mattigkeit und Hinfälligkeit bemerkbar, wo
bei die Bewegungen fortschreitend unregelmässiger werden. Je nach
der Beschaffenheit dieser Unregelmässigkeiten unterscheidet man Dreher,
Traber, Taumler, Schwindler oder Seitlinge, und Segler. Für die be
treffenden Be wegungs* Anomalien lassen sich folgende Regeln aufstellen:
Dreher. Die Patienten drehen nach derjenigen Körperseite,
auf welcher die Cönurusblase im Gehirn eingebettet ist, wenn diese
an der Oberfläche der betreffenden Halbkugel des Gehirnes ihren
Sitz hat; sie drehen nach der entgegengesetzten Seite, wenn die
Cönurusblase am Boden des einen oder anderen Ventrikels sitzt, oder
wenn dieselbe stark auf einen Sehhügel drückt. Sie drehen abwech
selnd bald nach rechts, bald nach links, wenn zwei oder mehr Blasen
würmer im Gehirn vorhanden sind, die theils in der rechten, theils
in der linken Hemisphäre liegen.
Traber. Laufen die Patienten mit tiefgesenktem Kopfe nach
vorwärts und gradaus, wobei sie die Gliedmassen in auffallender
Weise hoch heben, so sitzt der Blasenwurm im vorderen Lappen
einer grossen Hemisphäre des Gehirns, oder er sitzt so tief, dass ein
gestreifter Hügel gedrückt wird.
Taumler, Schwindler oder Seitlinge. Zeigen die kranken

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