Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/682/
der einzelnen Exemplare war verschieden. Die meisten waren spindel
förmig, einem Gurkenkerne ähnlich; einige waren beträchtlich grösser
und mehr eiförmig oder kugelig. Der Finnensack wär bei vielen,
und zwar meist bei Exemplaren von geringerem Umfange, stark unc^
fest, so dass sie dadurch trocken und hart erschienen. Bei einer
kleinen Anzahl war der Finnensack gross und dünnwandig; die Schwanz
blase der Finne nebst Scolex schimmerte bei peripherer Lagerung
dann deutlich durch. Bei den mikroskopisch untersuchten Exemplaren
fand sich der Scolex bei allen vollkommen und schön entwickelt; nur
einer Blase fehlte derselbe. Im ganzen Cadaver fanden sich bei sorg
fältiger Durchmusterung und Zerkleinerung der gesammten Muskulatur
82 Stück gut ausgebildeter, indess verschieden grosser und verschieden
fester Rindsfinnen. Nach diesem Versuchsresultate erscheint es wahr
er
scheinlich, dass eine grosse Anzahl Proglottiden-Eier zu Grunde ge
gangen sind*).
Zu 8. 71. Am 18. Februar 1882 sandte mir Kreisthierarzt
Schirlitz das Herz einer Kuh, welche ganz plötzlich gestorben war,
ohne vorher auch nur ein Symptom einer Krankheit gezeigt zu haben.
Beim Ausschneiden der rechten Herzkammer fand Schirlitz eine Cyste,
welche etwa x / 2 bis 1 Liter trübes Wasser enthielt. Die meinerseits
vorgenommene Untersuchung ergab Folgendes : Der Herzbeutel war
entfernt und der Herzmuskel durch einen Längsschnitt von seiner
Spitze aus durchschnitten, so dass beide Herzkammerwandungen, ein
schliesslich ihrer gemeinsamen Scheidewand, bis in die Gegend der
Kranzarterien gespalten und dadurch beide Ventrikel geöffnet waren.
Es fand sich eine durch diesen Schnitt gleichzeitig mit gespaltene und
so eröffnete Cyste in der Scheidewand der Herzkammern. Diese war
ca. 13 Ctm. lang und ca. 12 Ctm. breit und mit einer festen, etwa
l l% Mm. dicken Membran ausgekleidet, welche an ihrer inneren
glatten Oberfläche stellenweise mit einer gelben gallertigen Masse
dünn überzogen war. Die Muskulatur der Scheidewand war zum
Theil geschwunden und stand in der Peripherie der Cyste mit dieser
in inniger Verbindung. Das Endocardium des Septums stand im linken
Ventrikel mit der Cysten wand in unmittelbarer Verbindung, während
zwischen beiden nach dem rechten Ventrikel eine etwa x /2 Ctm. starke
Muskelschicht vorhanden war. Die Herzmuskulatur, die Herzklappen,

*) Im Herzmuskel fand sich ein derbes, etwa erbsengrosses, etwas läng
liches, dickwandiges, in der Verkalkung begriffenes Knötchen, das wahrscheinlich
eine untergegangene Rindsfinne repräsentirt.

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