Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/683/
Nachtrag; Taenia Echinococcus. Bandwurmseuche bei Katzen. 673
so wie das Endo* und Epicardium zeigten im Uebrigen keinerlei
pathologische Veränderungen. Das Herz qu. wog 2600 Gramm.
Dieser Befund erinnerte sofort an die Bindegewebskapsel einer
Echinococcusblase, wofür auch die mikroskopische Untersuchung wei
tere Anhaltspunkte ergab.
Vom 28. Januar bis 15. Februar 1882 verfütterte ich an einen
jungen Hund die Leber eines Schweines, welche derart mit Echino
coccusblasen durchsetzt war, dass diese das Leberparenchym zum
grossen Theile verdrängt hatten. Vorher war das Versuchsthier einer
Bandwurmkur unterworfen worden. Am 5. April, also 67 Tage nach
Beginn und 49 Tage nach Abschluss der Fütterung wurde der Hund
qu. getödtet. Derselbe hatte während der ganzen Dauer des Ver
suches keine Krankheitserscheinungen gezeigt. Bei der Section fanden
sich im hinteren Abschnitte des Dünndarmes eine grosse Anzahl ver
schieden reifer Exemplare der Taenia Echinococcus, welche an der
weissen Farbe ihres hintersten Gliedes, trotz ihrer Kleinheit, leicht
zu erkennen waren. Bei der mikroskopischen Untersuchung einer
grösseren Anzahl dieser Proglottiden habe ich nur einzelne gefunden,
deren drittes Glied vollkommen ausgebildet und mit Eiern derart aus
gefüllt war, wie dies bei ganz reifen Gliedern der Fall ist. Dieser
Versuch bestätigt somit die Angabe derjenigen Autoren nicht, welche
die Entwicklung der Taenia Echinococcus mit 7 Wochen für vollendet
halten. In diesem Falle scheint hierzu eine Zeit von etwa ' 9 bis
10 Wochen erforderlich gewesen zu sein. Die Zahl der Eier, welche
eine vollkommen reife Proglottide von Taenia Echinococcus erfüllen,
schätze ich mit Johne u. Anderen auf etwa 500 Stück.
Zu 8. 75. Eine erwähnenswerthe Bandwurmseuche kam 1874
unter den Katzen auf dem Schwarzwalde vor. Die meisten der in-
ficirten Thiere magerten sichtlich ab und gingen schliesslich zu Grunde.
Zu gleicher Zeit verschwanden die zahlreich vorhandenen Feldmäuse.
Die bezüglichen Untersuchungen ergaben, dass die Katzen qu. eine
grosse Menge der Taenia crassicollis im Darmcanale, die Mäuse die
entsprechende Finne (Cysticercus fasciolaris) in der Leber beherbergten,
dass somit Katzen und Feldmäuse sich* gegenseitig massenhaft inficirt
hatten. Die nämliche Seuche wurde s. Z. durch Thierarzt Buhl zu
Wolfstein in der Pfalz beobachtet. (Lydtin, Mittheilungen über das
badische Veterinär wesen von 1874 bis 1. April 1881, Carlsruhe 1882.)
Zu 8. 77. Braun in Dorpat fand beim gemeinen Hecht (Esox
lucius) sowohl in der freien Bauchhöhle, wie in den Körpermuskeln,
Pütz, Lehrbuch der ansteckenden Thierkrankheiten. 43

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