Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/684/
<374 Nachtrag; Botriocephalen beim Hecht. Egel beim Geflügel. Leberegelbrut.
viele unentwickelte und eingekapselte Botriocephalen. Mit diesen
wurden bei Hunden und Katzen Fütterungsversuche angestellt, welche
sämmtlich positive Resultate lieferten. Die Zahl der vorgefundenen
Bandwürmer bei Section der betreffenden Versuchsthiere entsprach
jedesmal genau der verabreichten Anzahl Botriocephalen-Finnen. Die
so gezüchteten Grubenköpfe sassen an der Grenze zwischen dem vor
deren und mittleren Dritttheile des Dünndarmes mittelst des stark
entwickelten Kopfes an der Schleimhaut sehr fest. Ob auch der
Mensch durch diese Botriocephalen-Finnen des Hechtes inficirt wird,
muss die Zukunft lehren; vorläufig darf dies wohl als mehr oder
weniger wahrscheinlich angenommen werden. (Oesterr. Vierteljahrs
schrift 1881, IV, S. 114.)
Zu 8. 83. Auch beim Geflügel kommen verschiedene Egel
(Einloch und Doppelloch) vor, ohne indess erhebliche Gesundheits
störungen zu verursachen.
Leuckart hat beobachtet, dass die aus den Eiern ausgeschlüpfte
Leberegelbrut in Gräben und Tümpeln sich aufhält und in solchen
oft zu Tausenden herumschwimmt. Hier wandert sie vorzugsweise
gern in gewisse Wasserschnecken ein, z. B. Lymnaeus minutus und
pereger; in einem einzigen Lymnaeus fand Leuckart häufig 20 bis
30 Leberegel-Larven. In Rede stehende Schnecken sind sehr klein;
sie setzen sich gern an das fette Gras, welches am Rande von Wasser
gräben etc. wächst. Wenn nun Schafe, oder andere geeignete Wohn-
thiere, solches mit Lymnäen besetztes Gras fressen, so gelangen die
in diese eingewanderten Leberegel-Larven in den Magen und Darm
des neuen Wirthes, dessen Leber sie alsbald aufsuchen.
Da die beim Menschen durch Leberegel verursachte Krankheit
sehr lästig und schmerzhaft ist, manchmal auch tödtlich endet, so er
scheint ein gewisser Selbstschutz angezeigt. Grüner Salat, besonders-
von Brunnenkresse, birgt öfter Lymnäen, weshalb derselbe vor der
Zubereitung sorgfältig gereinigt werden muss. Auch ertrage man im
Nothfalle lieber einigen Durst, als dass man denselben aus Gräben oder
anderen Wasserlachen stille.
Zu 8. 85 und 86. Eine arzneiliche Behandlung der Leberegel
krankheit (bei Schafen etc.) ist ziemlich nutzlos; dieselbe kann nur
dadurch etwas leisten, dass sie die Kräfte der Patienten möglichst zu
heben und zu erhalten sucht. Die Wirkung der Arzneimittel ist so
mit eine indirecte; den Leberegeln selbst ist nicht beizukommen.

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