Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/700/
Schweisse, Injection der Vaginal-Schleimhaut und blutig-schleimiger
Ausfluss aus der Scheide ; Appetitlosigkeit, träge Darmentleerungen
und Muskelzittern. Eins dieser Rinder (eine 13jährige Kuh von ge
mischter Abkunft) ist am 7. Tage nach der Controlimpfung an Impf
milzbrand gestorben.
Um die Dauer der durch Impfung begründeten Milzbrand-Im
munität näher zu prüfen, wurden am 26. Januar 1882 in Melun von
Pasteur und seinen Assistenten Chamberland, Roux und Thuillier in
Gegenwart zahlreicher Mitglieder verschiedener Ackerbaugesellschaften,
ministerieller und anderer Deputirten, Thierärzte und Aerzte, weitere
Versuche vorgenommen. Als Versuchsobjecte dienten 23 Schafe,
welche die Ackerbaugesellschaft von Melun an Pasteur zu fraglichem
Zwecke übergeben hatte. Dieselben wurden in 4 Abtheilungen ge
bracht, deren jede durch Halsbänder eigener Farbe gekennzeichnet
war. Die 1. Abtheilung bestand aus 7 Schafen, von welchen 6 Stück
bei den denkwürdigen Versuchen zu Pouilly-le-Fort am 3., 17. und
31. Mai 1881 geimpft worden waren. Das 7. Stück war ein 6 Mo
nate altes Lamm, das von einer zu Pouilly-le-Fo‘rt während ihrer
Trächtigkeit geimpften Mutter abstammte. — Die 2. Abtheilung be
stand aus 6 Stück am 7. und 21. Juli 1881 beim Maire von Crisenoy
geimpften Schafen. Unter diesen befanden sich 2 Stück, welche erst
7 Tage alt waren, als sie zum ersten Male geimpft wurden. —
Die 3. Abtheilung stammte vom Maire von Moisenay; dieselbe be
stand aus 6 Schafen, welche beim Eigenthümer ebenfalls am 7. und
24. Juli 1881 geimpft worden waren.
Am 26. Januar 1882 wurden diese 23 Versuchsthiere an der
Innenfläche des rechten Schenkels mit einer sehr giftigen Milzbrand
lymphe geimpft und zu Wagen nach dem Pasteur’schen Gehege
(Villa) in Pouilly-le-Fort gebracht.
Am 27. Januar waren 2 nicht vorgeimpfte Schafe (mit schwar
zen Halsbändern) krank; ihr Zustand hatte sich am folgenden Tage
sehr verschlimmert und auch die beiden anderen nicht vorgeimpften
Schafe (mit schwarzen Halsbändern) nahmen kein Futter mehr auf.
Das nicht vorgeimpfte 6 Monate alte Lamm (mit rothem Halsbande)
war an diesem Tage (den 28. Jan. 1882) sehr krank.
Alle früher vorgeimpften Versuchsthiere befanden sich hingegen
vollkommen gesund; an ihrem ganzen Verhalten war keine Spur dieser
sonst für Schafe so sehr gefährlichen Impfung mit ungeschwächtem
Milzbrandgifte zu erkennen.
Am Morgen des 29. Januar fand man die seit 2 Tagen er-

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