Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
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gärn deutlich offenbart, obgleich dort fragliche Impfungen unter Ver
hältnissen ausgeführt worden sind, welche derartigen Versuchen im
Allgemeinen wenig günstig zu sein scheinen. Es sind in Ungarn
Versuchsthiere zur Verwendung gekommen, welche in Folge verschie
dener Invasionskrankheiten theils blutarm und cachectisch waren.
Ueberdies traten zur Zeit der Impfung unter den Versuchsthieren
auch Fälle von spontanem Milzbrand auf.
5) Rindvieh ist gegen Impf-Milzbrand im Allgemeinen weniger
empfindlich als Schafe.
Nach einer Mittheilung Pasteur's vom 26. Jan. 1882 an die
Ackerbaugesellschaft zu Melun (Archives vdt^rinaires 1882, No. 5,
S. 177) sind die Resultate seiner während der Monate Juli, August
und September 1881 ausgeführten Milzbrand-Impfungen, so weit ihm
dieselben damals bekannt waren, folgende:
Es wurden geimpft 32500 Schafe, welchen 25160 nicht geimpfte
Schafe zur Controle dienten. Seit der Impfung waren bis Ende
October 1881 an Milzbrand lOmal mehr nicht geimpfte, als geimpfte
Schafe gestorben. Die Impfung hatte bis dahin etwa 400 Schafe vor
dem Tode durch Milzbrand bewahrt, d. h. dem Nationalvermögen
erhalten.
Unter 138 Herden, deren 45 im Ganzen 10 500 Schafe zählten,
sind unter den Imffingen weder während, noch nach der Impfung,
Verluste vorgekommen.
Unter einigen Herden hat die Sterblichkeit, welche vor und
während der Impfung in denselben herrschte, unter den nicht ge
impften Schafen in empfindlicher Weise fortbestanden. Nach einer
detaillirten Tabelle über 15 Herden, in welchen die Mortalität am
stärksten war, kamen während der Impfung unter 3663 Impflingen
58, unter 2867 nicht geimpften Schafen 60 Todesfälle an Milzbrand
vor. Nach der Impfung starben innerhalb 2 Monaten (bis Ende
October 1881) von den nicht geimpften Schafen 141 Stück an Milz
brand, während von den Impflingen kein einziges Stück mehr starb.
Hätte die Sterblichkeit unter den geimpften in gleichem Verhältnisse,
wie unter den nicht geimpften Schafen fortbestanden, so würden in
derselben Zeit von 2 Monaten 180 Impflinge an Milzbrand in den
betreffenden Herden gestorben sein.
Es wurden ferner bis dahin 1254 Rinder geimpft und neben
diesen 888 nicht geimpfte Rinder zur Controle gehalten. Während
der 2 ersten Monate nach der Impfung sind von diesen Versuchs
thieren gestorben: 1 Impfling und 10 nicht geimpfte Rinder.

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