Titel:
Erklärungen der Muskeln und der Basreliefs an Ernst Matthaei's, ... Pferde-Modelle
Personen:
Matthaei, Ernst WikipediaSeiler, Burkhard Wilhelm WikipediaBöttiger, Carl August Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN636396029/49/
I.
Kopf eines Pferdes der Nacht vom Giebelfelde des Parthenons.

Es war im Geiste der antiken Kunst, die keine in der Umgebung oder Begrün
dung eines Denkmals sich darbietende Fläche ohne Bildwerk liess, also ganz
kunstverständig von Herrn Matthäi gehandelt, dass er die zwei Hauptseiten des
gleichfalls in Gyps zu bildenden Piedestals seines anatomischen Modellpferdes mit
Nachbildungen nach ächten Antiken in erhabener Arbeit zu verzieren unternahm.
Was hätte er nun Würdigeres dazu wählen können, als den allgepriesenen
und — wenn die Stimme der Kenner gehört wird — nie genug bewunderten
Pferdekopf, der von dem östlichen Giebelfelde des Parthenons auf der Burg von
Athen durch Lord Elgin’s Verpflanzung nach England und zuletzt ins Brittische
Museum gekommen und jetzt allgemein als der Kopf eines Rosses vom Zweige
spann der Nachtgöttin (Horse of night) bekannt ist. Wir dürfen als erwiesen
voraussetzen, dass dieser das Giebelfeld mit der Geburt der Pallas auf der linken
Seite schliessende Pferdekopf wirklich der Nachtgöttin zugehörte, welche vor dem
gegenüber emporsteigenden Sonnengotte fliehend in den Ozean taucht, da Phi-
dias aus guten Gründen sich die Geburt der Göttin aus dem Haupte des Zevs
dn die ersten Tagesstunden dachte. Die zwei Sonnenrosse gegenüber haben sich
zwar auch noch erhalten; aber sie sind durch die langsam nagende Zeit und
durch die Faust'türkischer und christlicher Barbarei (die Venezianer warfen einst
Bömben darauf) weit mehr verstümmelt. An unserm Pferdekopf hat sich durch
mancherlei günstige Umschirmung selbst noch zum Theil das, was man auch in
der Sculptur die Epidermis, das deckende Häutchen nennt, erhalten. Ein tadel
loser Abguss nach dem Original im Brittischen Museum, der sich hier in Dresden
in der Kunstsammlung des Herrn von Quandt befindet, diente dem Künst
ler dabei zum Vorbild Es ist nur Eine Stimme aller, die hier als Augenzeugen
*

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