Titel:
Racen, Züchtung und Haltung des Pferdes
Personen:
Schwarznecker, Gustav Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN638851270/598/
sich unter dieselben gewälzt haben. Man läßt zu diesem Zwecke den Lattirbaum
entweder in einem langen, am Pilarstiele befestigten Eisenbügel verschiebbar
einhängen, oder das Ende des Lattirbaumes mit einer eisernen, schwanenhals
artig gebogenen Einhängestange, welche in einem Knopfe endigt, beschlagen; der
Knopf, durch eine entsprechende, schlitzartig nach unten verlängerte Oeffnung in
den Pilarstiel eingehängt, bewegt sich in diesem Einschnitte leicht auf und ab.
und gleitet erforderlichen Falls ebenso leicht aus demselben. Eine dritte Art
der Befestigung besteht aus einem, in einem Nußgelenk drehbaren Haken, der
mittelst eines beweglich in einem Bügel laufenden Ringes festgehalten wird.
Fig. 123, 124 und 125 erläutern ohne weitere Beschreibung diese Vorrichtungen.
Zur größeren Sicherung der Pferde gegen Schläge unverträglicher Kameraden
kann man die Lattirbäume mit Stroh umwickeln und letzteres in Form einer
Matte oder Matratze oder auch lose herunterhängen lasten; zu demselben Zwecke
dienen leichte, bewegliche HolWtter, welche mit Stroh durchflochten und an der
hinteren Hälfte des Lattirbaumes angebracht werden. Noch größeren Schutz bieten
aus Brettertafeln lose verbundene Scheidewände.
Die Pilarstiele werden, gleichviel ob dieselben zugleich als Deckenstützen
dienen oder nicht, am dauerhaftesten aus Gußeisen hergestellt. Die Dauerhaftig
keit hölzerner Pilarstiele gewinnt wesentlich, wenn dieselben auf Granit- oder
Sandsteinsockel gesetzt und mit diesen durch eiserne Zapfen fest verbunden werden.
In Luxusställen befestigt man an den Standfäulen Ringe für die Ausbinde- oder
Umkehrzügel.
Feste, unbewegliche Standwände (Kastenstände) bieten für theuere
Luxuspferde, sowie für Hengste die größte Sicherheit und Bequemlichkeit, be
anspruchen jedoch etwas mehr Raum für jedes einzelne Pferd.' Die Standbreite
darf nicht unter 1,88 Meter normirt werden, während für Stände mit Lattir-
bäumen 1,60 Meter, in den französischen Militairställen sogar nach einem Erlaß
vom 22. September 1840 nur 1,45 Meter Standbreite für ein Pferd zu rechnen
ist. Die Länge der Standwände variirt von 2,20 bis 2,82 Meter und beträgt
gewöhnlich in einem zweireihigen Stalle ein Drittheil der ganzen Stalltiefe.
Die Höhe der Scheidewände beziffert sich auf 1,25 bis 1,57 Meter; dieselbe
bleibt zweckmäßig für die ganze Länge gleich und wird nach hinten nicht niedriger,
wie es mehrfach angerathen wird. Bei der angegebenen Höhe kann eS allerdings
nicht ganz ausbleiben, daß ein Pferd einmal über die Standwand hinweg schlägt
und dann auf derselben fitzen bleibt, was bei Hengsten zuweilen zu Hodensack-
brüchen führt, indeffen würde bei noch größerer Höhe der Standwand die Stand
breite wieder zunehmen müssen und Anlaß zu allerhand Unbequemlichkeiten bieten,
die Pferde würden z. B. quer stehen und sich trotzdem nicht gut umdrehm können.
Die Schwellen der Kastenstände einzumauern, ist unzweckmäßig, da das
von der Luft abgeschlossene Holz leicht fault. Die Standbretter nimmt man
möglichst aus Eichenholz. Der obere Holm muß gut abgerundet sein.
Pferdezucht. II. 38

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