Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/122/
wo mehr gereizt werden muß, was durch kältere Grade (bis zu 8 und
7° L. herab) eher zu erzielen ist.
2. Zu stark oder ;u wenig genäßte Binden.
Ein zweiter oft vorkommender Fehler ist der, daß die genäßte Lein
wandbinde zu stark oder zu wenig stark ausgerungen, d. h. der Unter
schied zwischen erregenden, ausziehenden und beruhigenden Um
schlägen zu wenig beachtet wird.
Ist Entzündung, Hitze oder Eiterung vorhanden, so finden die
beruhigenden, pappig anliegenden Anwendung; will man anregen, d. h.
bei chronischer Geschwulst erst Hitze, Entzündung oder Eiterung her
vorrufen, so muß stark ausgemngen werden. Kombinirt sich eine zu
nasse Binde mit zu kaltem Wasser, so kann dies auf die Dauer Rheu
matismus hervorrufen, der indessen durch richtige Behandlung sofort wieder
verschwindet.
Im Allgemeinen schadet ein zu starkes Ausringen weniger, als ein
zu geringes. In äubio also hat man dem ersteren den Vorzug zu geben.
3. Zu dünne oder unzweckmäßige (wasserdichte) Bedeckung der
feuchten Binden.
Ein dritter Fehler ist der, daß die wollene Bedeckung bei erregenden
und ausziehenden Wicklungen zu dünn oder nicht sorgfältig genug
gemacht wird. Zu viel kann man in dieser Hinsicht bei erregenden
und ausziehenden Wicklungen nicht gut thun, denn durch zu dicke
Bedeckung erschwert man dem Wärter nur die Wickelung und dem Pferde
die Bewegung, weiter aber hat es keinen Nachtheil, da die erzeugte Wärme
über ein gewisses Maß hinaus durch die Bedeckung nicht zunimmt, die
Ausdünstung aber durch wollene Bedeckung nie verhindert wird. Die
statt der wollenen in den letzten Jahren so viel empfohlenen wasser
dichten Bedeckungen sind eine Verbesserung a 1a Johann Ballhorn und
ganz verwerflich, weil sie das Entweichen der durch die Haut in Dunst
form ausgeschiedenen Krankheitsstoffe verhindern und die Haut
zwingen, diese Ausdünstungen immer wieder auf's Neue einzu-
schlucken. Eine solche wasserdichte Bedeckung stellt meistens den ganzen
Erfolg der Behandlung in Frage und ist daher sehr geeignet, der medi-
cinischen Salbenbehandlung oder dem Brennen erneuten Vorschub zu leisten.
Zu dünne Bedeckung bei den hier in Rede stehenden Wicklungen
hat immer den Nachtheil, daß sich die Wärme zu rasch verflüchtigt, sie
verzögert den Erfolg der Behandlung und könnte in kalter Jahreszeit
rheumatische Erscheinungen hervorrufen.
Fehlerhafte pausen zwischen Abnahme der Wicklung und Bad
bezw. Bespritzung.
Das Baden resp. die Douche muß unmittelbar der Abnahme
des Verbandes folgen, die durch letzteren erzeugte Wärme muß
für das Bad noch nutzbar gemacht werden. Es ist stets ein großer
Fehler, das vom Verbände befreite Gelenk ohne schnelle Benässung

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66