Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/123/
in der Luft abkühlen zu lassen. Im letztern Falle verzögert sich der
Erfolg der Behandlung sehr.
5. Pressende oder scheuernde Binden.
Die Binden dürfen nicht scheuem oder pressen! Das unterbindet und
hemmt die Blutcirkulation und wirkt daher schädlich. Ein zu loser Ver
band läßt leicht die Wärme entweichen und hält ebenfalls die Heilung auf.
6. Fehler beim Trockenreiben und Massiren.
Namentlich bei chronischen Leiden, Geschwülsten rc. ist das scharfe
Trockenreiben mit Stroh in der Periode, bevor Entzündung oder
Eiterung eintritt, von großer Wichtigkeit. Es wirkt nicht bloß auf
die Wiedererwärmung der Haut und befördert dadurch elektrische
Strömungen, sondern es wirkt auch mechanisch als Massage durch die
Knetung der unter der Haut liegenden Muskelbündel und ihrer Blut
gefäße günstig und stoffwechselfördernd. Die Pferdewärter sparen es sich
gem, weil es Anstrengung und in warmer Jahreszeit auch ihren Schweiß
kostet. Die betr. Glieder werden dann noch naß und kalt wieder ein
gewickelt, und dies hält die Heilung sehr wesentlich auf.
Dies sind die gewöhnlichsten vorkommenden Fehler; sie sind alle leicht
durch Rückkehr zum richtigen Verfahren wieder auszugleichen. Von solchen
Folgen, wie die Fehler, welche bei arzneilicher Behandlung vorkommen,
ist hier keine Rede.

7. Inconsequente Behandlung.
Die in diesem Buche geschilderte Behandlung heilt gründlich und
in kürzester Frist. Sie hat mir in sehr zahlreichen Fällen einen fast aus
nahmslosen*) Heilungserfolg geliefert. Die Erfahmng aber habe ich in
manchen Fällen, wo Andere meine Methode zweifelnd und experimen-
tirend vorläufig adoptirten, wiederholt gemacht, daß bei chronischen
Leiden eine consequente, von der inneren Ueberzeugung ihrer
Richtigkeit getragene Behandlung nöthig ist. Zweifel schadet
nicht an und für sich, sondern, weil ihm in der Regel eine lässige,
schwankende Behandlung, wohl gar mit schnurstracks wider
sprechenden medicinischen Zwischenexperimenten folgt.

*) Die vereinzelten Ausnahmen und deren muthmaßliche Gründe habe ich
in diesem Buche sämmtlich angegeben.

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