Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/129/
stellen durchaus nicht der Fall, allein dieselben haben doch zunächst, nament
lich wenn sie durch Eiterung und Neubildung heilten, eine feinere und
empfindlichere Haut, als die Nachbartheile und sind daher neuen Be
schädigungen mehr ausgesetzt, als diese.
Um dem abzuhelfen, empfiehlt sich das nachstehende einfache Ab
härtungsverfahren.
Die geheilte Druckstelle wird am Abend vor dem Tage, an welchem
das Thier wieder in Gebrauch genommen werden soll, mittelst der in ganz
bmnnenfrisches Wasser (8—7° R.) getauchten Hand sanft genäßt und
geglättet, so daß sie noch stark feucht bleibt, und diese Feuchtigkeit
in der Luft verdunstet. Die so behandelte Stelle darf auf keinen Fall
eher bedeckt werden, bis sie durch bloße Verdunstung ganz trocken
geworden. Am besten ist es überhaupt, das Thier im Stalle von jeder
Bedeckung ftei zu lassen.
Am andern Morgen wird dies Verfahren vor Auflegen des Sattels
(Sattelgurts) oder Kummets so zeitig wiederholt, daß die Haut gerade
trocken geworden ist (xrp. V- Stunde vor dem Satteln, Schieren rc.).
Nach beendigtem Gebrauch des Thieres unmittelbar nach dem
Abnehmen des Sattels resp. Kummets wird das Verfahren abermals
wiederholt, und Nachmittags nach dem Putzen nochmals, im Ganzen also
4mal täglich.
Dieses Verfahren, etwa 8 Tage lang fortgesetzt, härtet die betreffenden
Hautstellen so vorzüglich ab, daß ein neuer Druck an jeder andern
Stelle eher, als an der behandelten eintritt.
Der sichtlich große Erfolg dieser Abhärtungsmethode brachte mich auf
die Idee, dieselbe auch auf die gesunden Satteltrage- und Kummetzug
flächen anzuwenden, namentlich bei frisch eingestellten Augmentations
pferden, Remonten rc. Der Erfolg war derselbe, eine bedeutende,
ersichtlich durch Verdickung und Festigung der Epidermis erlangte Ab
härtung und Stärkung, so daß bei solchen Thieren selbst nicht völlig
passende Kummete, nicht tadellose Sattelung spurlos vorüberging.
Ich erkläre mir den Vorgang einestheils so, daß durch die sowohl
durch die Erstbenässung, wie durch die Verdunstung erzeugte Kälte
und Blutrückgang aus dem Capillargefäßnetz der Lederhaut, wie durch
die darauf eintretende langsamere Reaktion eine größere Zahl weicher
Zellen des Malpighischen Netzes verhärten und dadurch die Epidermis
schicht verdickt und verdichtet wird, indem der Nachschub bis zu
einem gewissen Grade den Verschleiß d. h. die Abschuppung überwiegt.
Andrerseits liegt es auf der Hand, daß auch die Thätigkeit der Talg- und
Schweißdrüsen dadurch kräftig angeregt wird und durch die stärkere
Fettung des Haares, wie durch die energischere Funktton der Schweißdrüsen
in Bezug auf unmerkliche Hautausdünstung der Druck der Sattel
und Geschirrtheile weniger schädlich wirkt. —

2. Capitel. Sonstige Wunden (Hieb-, Stich-, Schußwunden).
Durch Waffen, scharfe Instrumente und dgl. verursachte Wunden
können aus bloßen Trennungen der Haut oder des Muskelfleisches
bestehen oder mit Substanzverlust verbunden sein.

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