Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/135/
Die Behandlung ist die aller Wunden mit Substanzverlust (Cap. 2, 2),
(s. auch Beispiel 6 im Cap. 5). Es bleiben nach solcher Behandlung
meist keine kahlen Flecke, die Haut bildet sich neu und behaart sich wieder,
falls die Wunde nicht zu tief war, d. h. bis auf die Knochen ging. Auch
dann ist die verbleibende kahle Narbenfläche in der Regel sehr gering.
(Cap. 5 Beispiele 4, a und b.)
2. Bauchwunden.
Stich- und Schlitzwunden des Bauches, wodurch Eingeweide
verletzt werden, kommen auch im Frieden nicht selten vor.
Die im Allgemeinen nach Cap. 2 zu handhabende Behandlung bietet
nur dann etwas Besonderes, wenn Eingeweide herausgetreten sind und
reponirt werden müssen.
In solchem Falle kann die sachverständige Hand eines gerade
vorhandenen, in anatomischer Beziehung gut orientirten Thierarztes die
Reposition bewirken. In der Regel genügt die Anwendung ganz kühler
(7—8° K.) dicker Compressen, welche auf die herausgetretenen und event,
an die offene Wundstelle resp. deren Eingang zurückgebrachten Eingeweide
aufgepackt und fleißig, d. h. sobald sie sich stark erwärmen, erneuert
werden müssen. Die Eingeweide ziehen sich vor der Kühle von selbst
durch Anregung ihrer unwillkürlichen Muskeln in die Bauchhöhle zurück,
worauf die Wunde am besten genäht und nach Cap. 2 weiter behandelt wird.
Ich habe Fälle erlebt, wo erfahrene tüchtige Thierärzte diese Reposition
per kalte Compresse der mit der Hand vorzogen. Wie oft aber würde
Brand eintreten und das Thier verloren sein, wollte man die Ankunft
eines Thierarztes abwarten! (S. Beispiel 10 in Cap. 5.)
3. Aronentritte.
Sind dieselben oberflächlich, so wasche man die Wunden nur 2—3 mal
täglich mit temperirtem Wasser (16—18« R.) aus. Gehen sie tiefer, durch
den Hornsaum bis in die Lederhaut, oder ist gar der Hufknorpel verletzt,
so behandle man, wie unter XIX bei „Hufgeschwüre" angegeben. —
Die Heilung erfolgt stets vollständig und ohne daß irgend ein Nachtheil
zurückbleibt.

H. Vernagelung und Nageltritte.
Häufig werden die Pferde vernagelt, indem die Nägel durch die
innere Hufwand bis in's Leben d. h. der Lederhaut dringen oder diese
streifen. Das Pferd setzt den vernagelten Huf vor, tritt beim Führen nur
mit Schmerz und Widerwillen auf denselben auf und setzt ihn beim Süll-
stehen sofort wieder vor. Der Huf fühlt sich heiß an und durch vor
sichtiges Beklopfen mit dem Hammer ist der betr. Nagel, welcher die
Wunde verursacht, leicht zu entdecken. Zu verwechseln ist Huflähme in
Folge Vernagelung nur etwa mit andern Huflähmen z. B. durch
drückende, zu fest aufliegende Eisen oder Hufgeschwüre rc.
Da in allen diesen Fällen die Eisen abgenommen werden müssen,
ist diese anfängliche Diagnose ziemlich gleichgülttg. Beim Abnehmen des

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