Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
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Eisens und sorgfältigem Ausziehen der Nägel sieht man durch das an
klebende Blut oder Eiter, ob Vernagelung vorhanden war, oder nur das
Eisen gedrückt hatte rc.
In Men Fälle» lasse man zunächst den lahmen Huf in einem lauen
Bade von 22° R. etwa 20—30 Minuten baden und schlage ihn dann in
beruhigende Umschläge (s. Abschnitt 6, 2. rr) ein. So lange, wie noch
starke Hitze im Hufe fühlbar ist, fahre man mit diesen fort und gebe
beim Wechseln derselben etwa 2—3 mal täglich 5—10 Minuten lange
Bäder von 22° R. Meist verschwindet alle Hitze binnen 24 Stunden und
in den nächsten 24 Stunden heilt die Nagelwunde in der Regel durch
Zusammenheilung (psr primam intentionem) unter ausziehenden Ein
schlägen (Abschnitt 6, 2 ßß). Dies geschieht nur dann nicht, wenn die
Wunde zu spät in Behandlung kam oder schon mit Fremdstoffen behandelt
wurde, so daß die Eiterbildung zu weit vorgeschritten ist.
In solchen Fällen tritt dieselbe Behandlung ein, wie bei Huf
geschwüren (s. oben XIX). Dieselbe führt allemal in kürzerer Frist zum
Ziel, als irgend welches Schneiden rc.
Nageltritte, d. h. Eintreten von Nägeln und scharfen Körpern in
den Huf durch die Sohle kommen häufig vor. Die Behandlung ist nach
Ausziehen der Nägel, Glassplitter rc. ganz dieselbe, wie bei Vernagelung. —
Es kommt aber auch vor, daß solche Körper sich derart durch die Sohle
(in der Regel dann in den seitlichen Strahlfurchen oder in der weißen
Linie) durchzwängen, daß nur der Ort ihres Eindringens, und zuweilen
sogar dieser nicht einmal festzustellen ist.
Ich rathe in diesem Falle auch von allem Schneiden der Sohle,
Suchen nach dem eingedrungenen Körper ab, da dasselbe häufig zu Nichts
führt, als daß eben noch schmerzhaftere und langsamer heilende Huf
verletzungen künstlich geschaffen werden. Die Behandlung ist dieselbe, wie
bei Hufgeschwüren (s. XIX) und führt allemal zum Ziele. Die Fremd
körper werden entweder durch die Eiterung ausgestoßen oder sie
kapseln sich ein. Jedenfalls zeigt die Bildung und Ansammlung des
Eiters den Ort der Sohle an, wo demnächst mit Aussicht auf Erfolg
allenfalls geschnitten werden kann. Ich bin stets ohne Schneiden zurecht
gekommen. (S. Beispiel 12, I> in Cap. 5.)

5. Aettenhang.
Durch Verwicklung mit den Beinen in die Halsterkette werden ge
wöhnlich an den Vorderbeinen, zuweilen auch an den Hinterbeinen, nament
lich an Köthen- und Fesselgelenk Verletzungen herbeigeführt, die von ein
fachen Abschürfungen der Epidermis bis zu tiefgehenden Verletzungen der
Lederhaut und des Muskelfleisches, ja der Sehne selbst variiren.
Die Behandlung ist die der Wunden ohne bezw. mit Substanz-
verlust (Cap. 2, 1 und 2) überhaupt. Doch rathe ich hier stets zur
Miteinwicklung des ganzen Schienbeines bis einschließlich Fußwurzel oder
Sprunggelenk und nach der Heilung noch zur Fortsetzung erregender
feuchter Wicklungen (Abschnitt 6, 2---«) nebst Abbaden und Massiren,
um jede bleibende Aufreibung und Anschwellungen zu vermeiden.

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