Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/142/
thalergroße Wunde davontrug, wo die ganze Haut fortgeschunden war und
das rohe Fleisch zu Tage lag. Die Wunde heilte bei Wasserbehandlung
binnen 14 Tagen, und die Stelle behaarte sich so vollständig wieder, daß
sie später nicht mehr ausfindig zu machen war.
d) Bei einem -ie ganze Dicke der Lederhavt «mfaffende« Snbstanzverlnst.
Zwei Beispiele. «) Ende April 1881 fftürzte Hauptmann S. in G.
mit dem Vollbluchengst The Saxon beim Ueberspringen eines angeschwollenen
Wasserlaufs, wobei das Thier sich eine Zweimarkstück große Wunde am
linken Hinterbein zuzog. Haut und Muskelfleisch waren völlig fort
geschunden und die Knochenhaut der bloSgelegten Kniescheibe verletzt.
Die Wunde wurde zwei Tage mit sehr verdünnter Karbolsäure, dann auf
meinen Rath nur mit Wasser behandelt; die gesammte Heilung nahm
5 Wochen in Anspruch. Die neugebildete Haut behaarte sich wieder
völlig bis auf eine kaum wahrnehmbare feine Linie in der Mitte
der frühern Wunde.
ß) Im Juli 1859 erkrankten mehrere Pferde der 1. Haubitzbatterie
7. Artillerie Brigade an bösartiger Drüse, welche dann bei Wasser
behandlung ausnahmslos unter Vereiterung der Kehldrüsen heilten.
Bei sämmtlichen Pferden bildete sich die seine Haut des Kehlganges,
welche bei allen mehr oder weniger, bei dem Pferde Herodot aber, wo
die Kehldrüsen fast 8 Tage profuse eiterten, fast vollständig zerstört war,
durchaus neu und behaarten sich wieder, so daß von der voraus
gegangenen Eiterung nicht das geringste äußere Merkmal übrig blieb.
Da die Kehldrüsen unter der Lederhaut liegen, so mußte diese, wenn
auch in schmalen Gängen, aber doch in ihrer ganzen Dicke sich öffnen,
um den Eiter durchzulassen. — Bei Behandlung mit Medikamenten
bleiben auch bei solchen Vereiterungen stets größere haarlose Narben zurück. —

5. Ersatz von Muskelfleisch sammt Lederhaut.
Wenn in dem Falle ad 4, b, « auch eine kleine Partie Muskelfleisch
neugebildet worden sein mußte, so zeigt doch der nachstehende Fall eine
solche Neubildung in weit größerem Maße. Am 7. Januar 1871 setzte
sich, wahrscheinlich beim Mederlegen, eines meiner Reitpferde, ein großer
Fuchs Mecklenburg'scher Abkunst, in einem sehr kurzen Stalle in Mohon
vor Meziöres mit der linken Hinterbacke in einen starken aus der hintern
Wand des Stalles hervorstehenden Krampen, wodurch ein stark 2 Finger
breiter, etwa 20 om langer Streifen Haut sammt Muskelfleisch weggerissen
wurde und auf dem eisernen Krampen hängen blieb. Die Wunde war
dem größten Theile ihrer Länge nach an 5 ow tief und verlief nur nach
oben flacher. Bei ausschließlicher Behandlung nach Cap. 2, 2, wobei die
Anbringung der feuchten Umschläge ähnlich wie bei Hüftlähme geschildert,
erfolgte, war die Wunde binnen 3 Wochen völlig ausgefüllt und behaarte
sich dann bis auf eine etwa 12 cm lange Narbenlinie am untern
Theile der Wundstelle wieder so vollständig, daß am 15. Februar die statt
gehabte schwere Verletzung nur noch an jener haarlosen Linie zu er
kennen war.

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