Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/145/
fl). Heilung einer großen Bauchwunde mit Eingeweidevorfall.
Bei der Mobilmachung im Spätherbst 1850 im Cantonnement bei
Köln riß sich ein eben ausgehobenes Augmentationspferd der Batterie
Nr. 35, 7. Artillerie-Brigade, früh morgens im Stalle los und setzte
auf einen etwa 4 Fuß hohen freistehenden Stallpfosten mit dem Bauche
derart auf, daß eine große Wunde entstand, durch welche ein Theil der
Eingeweide hervortrat. Dieselben wurden behutsam zusammengefaßt, kalte
Compressen aufgelegt und mit diesen durch Deckengurte gegen die Wund
öffnung mäßig angedrückt. Die Compressen wurden gewechselt, so oft sie
sich stark erwärmt hatten. Als nach etwa 4 Stunden der von Köln geholte
Thierarzt ankam, war die „Reposition" der Eingeweide völlig in
Ordnung, die Wunde wurde zugenäht und nach etwa 10 Tagen ging das
Thier munter im Zuge.
fl. Heilung eines durch einen Holzsplitter verletzten Auges.
Im Winter 1854—55 stteß sich ein Pferd der 3. 6pfündigen Batterie
7. Arttllerie-Brigade im Cantonnement Geldern einen starken Holzsplitter
in die harte Hornhaut des rechten Auges etwas über der Pupille. Nach
Ausziehung des Splitters bildete die Verletzung ein dreieckiges Loch, dessen
Spitze nach innen gerichtet war. Bei Behandlung nach Cap. 4, 6 heilte
die Verletzung binnen 8 Tagen. Es blieb zunächst ein hellblauer Fleck
zurück, der sich später zu einer kaum sichtbaren Narbe verkleinerte.
\2. Ausstoßung fremder Körper durch Eiterung,
a) Bei einer Schußwunde.
Ein Pferd der 4. 6pfündigen Batterie 8. Arttllerie-Brigade erhielt
in der Schlacht bei Königgrätz eine Schußwunde in den Hals dicht unter
der Mähne. Die offene Wunde wurde zunächst gar nicht, später mit
Wasserumschlägen behandelt. Etwa 3 Wochen nach der Schlacht wurde
eines Morgens im Bivouac beim Ausstreifen des Eiters eine Schrapnel
kugel mit entleert, worauf die Wunde sich bald schloß und gut vernarbte.
d) Bei einer durch Glassplitter verursachtem Hnfwnude.
Im Winter 1862/63 ttat ein Pferd der 3. I2pfündigen Batterie
mit einem Vorderfuß in Glasscherben. In der Sohle fand sich nur eine
kleine unbedeutende blutende Oeffnung in der Nähe der Strahlspitze, das
Pferd aber lahmte stark, so daß vermuthet wurde, es seien Glassplitter
in den Huf gedrungen. Die dann nach Cap. 4, 4 eingeleitete Behandlung
förderte schon nach mchreren Tagen einen etwa IV, Zoll langen, etwa
hufnagelstarken Splitter eines Flaschenbodens zu Tage, worauf die Wunde
schnell und gut heilte.
fl>. Aufbrechen und nachträgliche Heilung eines unvollkommen
geheilten Schußkanals.
Unter den mir im September 1870 in Sedan überwiesenen Beute
pferden befand sich ein Berberrapphengst, welcher eine Schußwunde ober-
a*

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