Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/16/
I. Ute Piephacke (als Musterbeispiel einer arzneilosen Lehaudlung
und Heilung).
Entstehung der piephacke.
Die bekannte Piephacke, durch welche so manches edle Pferd zu
Schaden kommt, unter Umständen sogar seinem Berufe gänzlich verloren
geht, besteht in einer äußerlichen, am hinteren Rande des Sprunggelenks
hervortretenden Anschwellung, welche auf der Spitze des Sprungbeins
ihren Sitz hat und ursprünglich in einer Entzündung des Schleimbeutels
besteht, welche mit der Zeit bezw. bei unrichtiger Behandlung in eine
chronische Verhärtung übergeht. Die Entstehung der Piephacke kann ihren
Grund haben:
1. In mechanischen Stößen gegen die Spitze des Sprunggelenks. So
findet man oft akute (ftische) Piephacken bei Pferden, welche Seetransporte
überstanden und mit dem Sprunggelenk gegen die Schiffswände geschleudert
worden sind. Auch eine zu kurze, nicht über die Stallrinnen fortreichende
Streu kann dazu führen, indem die Pferde sich beim Niederlegen mit dem
Sprunggelenk am Pflaster stoßen.
2. In einer unzweckmäßigen Reit-Dressur, namentlich, wenn die
Hankenbiegung übereilt oder forcirt wird, wie dies bei dem sogenannten
auf die Hinterhand-Setzen rc. oft geschieht. Uebereiltes und forcirtes
Zurücktretenlassen wirkt in ähnlicher Weise. Durch derartige, unzweckmäßig
eingeleitete oder übertriebene Uebungen treten, namentlich bei schwachem
Bau des Sprunggelenks, zu starke oder zu heftige Biegungen desselben
ein, wodurch dann die übermäßige Thätigkeit des Schleimbeutels, welcher
die Anschwellung bezw. Entzündung desselben zur Folge hat, hervor
gerufen wird.
Es liegt auf der Hand, daß auch eine übertriebene Anstrengung beim
Ziehen schwerer Lasten die Gelegenheitsursache abgeben kann.
Unregelmäßiger Bau des Spmnggelenks wirkt dabei oft zur Bildung
der „Piephacke" mit, sei es, daß eine säbelbeinige Stellung die übermäßige
Biegung des Gelenks noch begünstigt, sei es, daß eine zu steile Stellung
des Schenkelbeines dieser Biegung ungünsfig entgegentritt. Nach meiner
Erfahrung findet man im letzteren Falle öfter Piephacke, als im ersteren.
Die Entstehung der Piephacken ist auf die Behandlung insofern von
Einfluß, als da, wo dieselbe durch Reitdressur oder Zug hervorgerufen
ist, bei dem Gebrauch des Pferdes während und nach der Heilung die
nöthige zweckmäßige Schonung eintreten muß, um die Gelegenheits-Ursachen
zur Neubildung resp. Unterhaltung des Fehlers zu vermeiden. Einen
wirklichen Fehler und nicht einen bloßen Schönheitsfehler, wie
Manche behaupten, bildet die Piephacke, sobald sie chronisch (dauernd)
geworden ist, was stets eine Verhärtung zur Folge hat. Die Biegung
des Sprunggelenks ist dann beeinträchtigt, was zwar oft durch das Auge
nur wenig wahrnehmbar ist, sich aber dem aufmerksamen Reiter, sei es
durch verminderte Biegung (namentlich im Galopp auf der mit dem fehler

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66