Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/18/
Verbindung mit nachfolgender starker Frottirung zuerst mittelst trockenen
Stroh's, dann mittelst der bloßen Hand die Spannkraft der Haut (ihr
Tonus) erhöht und sie für den neuen Verband durch Anregung ihrer
Thätigkeit besser vorbereitet wird.
Es wird daher, wie nachstehend, verfahren: Nach Abwicklung des
Verbandes wäscht der Wärter mit beiden Händen das gesammte eingewickelt
gewesene Sprunggelenk während ein bis zwei Minuten und reibt es zuerst
mit Stroh, dann mit der Hand am besten ganz trocken (Massirung)
mindestens aber bis deutliche Wiedererwärmung zu fühlen ist. Alsdann
wird der frische Verband, ganz wie oben, angelegt, falls das Pferd nicht
etwa bewegt oder gebraucht werden soll. Im letzteren Falle geschieht dies
am besten sofort, unmittelbar nach dem Trockenreiben. Ein täglicher Ge
brauch des Pferdes ist, falls die Piephacke durch Reiten oder Ziehen ent
standen, nicht allein nicht ausgeschlossen, sondern, natürlich in mäßiger
Form und unter Vermeidung bezw. Milderung derjenigen Dressurformen,
durch welche der Fehler hervorgerufen, geradezu anzurathen, damit sich das
Gelenk kräftige und an stärkere Function gewöhne. Der Gebrauch des
Pferdes geschieht dann am besten Morgens oder Nachmittags nach der
Abreibung. Nach der Arbeit wird dann der neue Verband angelegt. Hat
das Pferd die Piephacke durch mechanische Beschädigung, Stoß rc. erhalten,
so ist es am besten, es stehen zu lassen bis zur völligen Heilung, die, wenn
der Fehler frisch (akut) ist, nie länger als vier bis fünf Tage dauert,
sofern der Verband täglich drei- bis viermal: Morgens, Mittags event.
Vor- und Nachmittags und Abends erneuert und das Gelenk, wie ange
geben, gebadet und srottirt wird. Für die Nacht wird die genäßte Lein
wand etwas weniger ausgedrückt, damit der Verband die ganze Nacht über
liegen kann, ohne zu lange lediglich als trockener Verband zu wirken.
Häufig habe ich die frischen Piephacken schon in zwei bis drei Tagen
verschwinden sehen. Sind sie vom Reitgebrauch entstanden und ist man
aufmerksam gewesen, so sind sie durch obige Behandlung stets in zwei bis
drei Tagen wieder beseitigt, doch kann es nöthig werden, das Verfahren
während der Reitdressur von Zeit zu Zeit, wenn sich neue Anschwellung
zeigt, zu wiederholen. Die Dressur muß dabei mit Schonung und Auf
merksamkeit betrieben, braucht aber keineswegs ausgesetzt zu werden.
Auf diese Weise werden auch Pferde mit den schwächsten Sprung
gelenken gut durch die Dressur gebracht und die letzteren für angemessene
Leistungen allmälig hinreichend gekräftigt.
B. Behandlung der chronischen (danernden und verhärtete«) Piephackr.
Die akute Piephacke verschwindet zuweilen auch schon ohne jede
Behandlung, wenn die Ursachen, durch welche sie entstanden, gehoben
werden. Oester aber geht sie in die chronische über, was nach Behandlung
mit Medikamenten stets geschieht.
Es bleibt in diesem Falle eine geringere oder größere
Verhärtung zurück. Die arzneiliche Behandlung beruht auf der Idee,
die Anschwellung zusammenziehen, austrocknen oder zertheilen zu
wollen. Hierzu werden die verschiedenartigsten Mittel vorgeschlagen und
angewendet. Die beliebtesten sind: Eichen- oder Chinarinden
abkochungen, Salmiak, Kampfer und Terpentin, Jodin, Jod

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