Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/65/
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wenn die Form des Hufes sich dem Bockhuf nähert, sehr zu empfehlen.
Nur muß ihrer richtigen Versenkung in den Tragerand der Hufwand
besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, weil sonst leicht „lose Wand"
entsteht (S. XX).

Das „Vierteleisen", eine bloße Verstärkung der Zehe, mit
2—3 Nägeln befestigt, kann manchen sonst sehr harten und zähen, nur
an dieser Stelle schnell verschleißenden Huf genügend schützen und fast
alle Vortheile des Barfußgehens herbeiführen. Seiner Versenkung und
richtigen Anpassung an den Tragerand der unbeschlagenen Hustheile muß
ebenfalls besondere Sorgfalt gewidmet werden.

Auch bei diesen halben und viertel Eisen darf die Zehenkappe
und die Aufrundung des Zehentheils nach oben nicht fehlen.

e) Zahl der Nägel und Befestigung der Eisen. Je weniger
Nägel zur Befestigung des Eisens erforderlich und je mehr dieselben auf
die Zehenwand beschränkt bleiben, desto weniger wird die Elastizität des

Sufes beeinträchtigt. Doch schwindet mit der Zahl der Nägel auch die
icherheit der Befestigung. Gehen aber Eisen verloren, so geschieht dies
meist unter Beschädigung der Hufwand; durch vieles Neubeschlagen werden
die Hornwände immer mehr durchlocht und beschädigt, außerdem aber kann
unter Umständen z. B. in einem Feldzuge durch das Verlorengehen eines
Eisens weit größerer Schaden entstehen, als im Frieden, wo es auch meist
an Gelegenheit zu augenblicklichem Ersätze nicht fehlt.

Im Felde tritt daher meiner Ansicht nach die Sicherheit der Be-
festigung der Eisen entschieden in den Vordergrund, und kann man ihr
zu Liebe um so unbedenklicher zu einem Mehr von Nägeln greifen, je
vorsichtiger man im Frieden den Huf gepflegt und dadurch in
normaler Verfassung erhalten hat. Darf man durchschnittlich die
gänzliche Erneuerung eines gut in Beschlag erhaltenen Hufes auf etwa
8—9 Monate anschlagen, so wird selbst ein diese ganze Zeit hindurch
fortgesetzter Beschlag mit 6—8 Nägeln dem Huf nicht so viel schaden, daß
dies nicht in eben so viel Monaten bei schonenderem Beschläge wieder gut
gemacht werden könnte.

Abgesehen davon muß sich die Zahl der Nägel auch nach dem
Dienstgebrauch der Pferde und der Terrainbeschaffenheit rieten. Die
Stangenpferde der Arttllerie werden z. B. auch im guten Terrain 6 Nägel
bedürfen, während die Reit-, Vorder- und Mittelpferde mit 5 auskommen
können.

Letztere Zahl halte ich für die normale für Militärpferde, welche ganze
Eisen ttagen. Der Liebhaberei, auf gutem Boden mit nur 4 oder 3 Nägeln
zu retten, habe ich auch früher eine Zeit lang gehuldigt und gefunden,
daß dies bei sehr sorgsamem Beschlag und vorzüglicher Qualität der Nägel
auch angängig ist, ohne Eisen zu verlieren. Bei der Masse der Truppen-
stferde ist auf die dann nöthige Sorgfalt im Anpassen der Eisen, Vernieten
der Nägel k. nicht zu rechnen.

Wohl aber kann man auch bei der Feldartillerie mit Ausnahme der
Stangenpferde, die ich auch im Frieden mit 6 Nägeln habe beschlagen
lassen, mit 5 Nägeln (2 in der inwendigen, 2 in der auswendigen Zehen-
wand und 1 in der auswendigen Tracht, so daß die stärker belastete
innere Tracht ganz fteibleibt und in ihrer Ausdehnungsfähigkeit gar nicht
behindert wird) recht gut auskommen. Ich habe selbst auf dem harten

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