Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
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Boden der Garnisonen Trier, Jülich und Cöln mit 5 Nägeln bei Reit-,
Vorder- und Mittelpferden ausgereicht. Die täglich Vor- und Nachmittags
arbeitenden, oft 10—12 Stunden am Tage in schwerem Dienst befindlichen
Arbeitspferde des Artillerie-Depots Mainz habe ich allerdings stets mit
7 Nägeln beschlagen lassen.
Dabei ist zu bemerken, daß die großen und plumpen Hufe gemeiner
Pferdeschläge auch mehr Nägel vertragen, als die feinen Hufe von Blut-
und Racepferden.
Im Felde empfehle ich 8 Nägel für die Zug- und 6 für die Reit
pferde, wovon dann 4 Nägel auf die Zehen und 4 bezw. 2 auf die
Trachtenwände zu rechnen sind. Meine in Böhmen 1866 gemachten Er
fahrungen, wo sich, trotzdem ich Nächte hindurch den Hufbeschlag
meiner Batterie selbst beaufsichtigte, doch bei anhaltenden Märschen auf
felsigem Gebirgsterrain täglich 20—30 Eisen lösten und nur deshalb nicht
, verloren gingen, weil die Bedienungsmannschaften zum Sammeln derselben
besonders angewiesen waren, haben mich auf diese Zahlen geführt, die sich
dann im Feldzuge 1870—71 auch durchaus bewährten.
Wer möglichst viel im Frieden barfuß reitet und sich dadurch die Hufe
seiner Pferde normal erhält, braucht im Felde nicht gerade ängstlich betreffs
der Nägelzahl zu sein. Hier darf dann der Grundsatz gelten: eher ein
Nagel zu viel, als zu wenig und in Folge dessen ein verlorenes
Eisen — möglicher Weise verlorenes Pferd oder Mann!
Aufpassen der Eisen. — In neuester Zeit ist statt des von Miles
und Einsiedel empfohlenen kalten AufpassenS, was allerdings große Sorg
falt und Geschicklichkeit erfordert, wieder das Aufbrennen in Mode ge
kommen. Und zwar sieht man dabei wieder in altbeliebter Weise das
rothglühende Eisen rücksichtslos auf den Tragerand aufdrücken. Das so
weggebrannte Horn erleichtert allerdings das Passendmachen des Trag
randes, aber die darunter liegenden Homtheile leiden ebenfalls, ihr Fett
gehalt wird ausgedörrt und das Wachsthum des Hufes entschieden
beeinträchtigt. Es sollte daher höchstens ein mäßig warmes Aufpassen
gestattet sein, so daß die berührte Hornfläche eben nur die Stellen markirt,
welche noch fortgenommen werden müssen.
Beim Nageln ist darauf zu halten, daß die Nägel scharf am äußeren
Rande der weißen Linie angesetzt und weder zu hoch, noch zu niedrig
durch die Wand getrieben werden. Im letzteren Falle reißen sie leicht
aus, im ersteren liegt die Gefahr des Vernagelns nahe. Beim Vorderhuf
werden die beiden vordersten Zehennägel rechts und links der Kappe etwa
1.5 cm über dem Tragerande des Eisens durch die Wand getrieben, und
die folgenden Nägel jeder um etwa 2,5 mm höher, so daß der dritte
auswendige Nagel etwa 2 cm und der eventuelle vierte etwa 2,25 cm über
dem Tragerande des Eisens durch die Wand tritt.
Bei den Hinterhufen setzt man die Zehennägel höher an, etwa 2 bis
2.5 cm und läßt die folgenden um je 2,5 mm tiefer durch die Wand
treten. Der Grund für dies verschiedene Verfahren bei Vorder- und
Hinterhufen liegt theils in der differirenden Winkelstellung der Zehenwand,
welche vorne in der Regel steiler zur horizontalen steht als hinten, theils
in der verschiedenen Höhe der Trachten, welche an den Hinterhufen meist
erheblich niedriger sind, als an den Vorderhufen.
Durch das Einschlagen des vordersten inneren und des zweiten

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