Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/85/
auf starke Einwirkungen zum Rückwärtstreten nach giebt. Dabei hebt es
diesen Fuß mit steifem Fußwurzelgelenk (Knie) nur sehr wenig gleichsam
durch Ueberneigen der Körperlast nach der Seite des gesunden Fußes,
schleppt ihn kurz über den Boden weg und setzt ihn ebenso, wie beim Vor
schreiten, um ein kürzeres Maß, wie den gesunden, zurück.
Ein gutes Unterscheidungszeichen der Buglähme von Huslähmungen
ist noch, daß das buglahme Pferd dieselben Zeichen der Lahmheit, wie
oben beschrieben, auf weichem, wie auf hartem Boden zeigt.
Ist ein Stoß, eine mechanische Quetschung oder dgl., z. B. Anrennen
gegen einen Pfosten, gegen die Krippe beim Aufspringen u. s. w. die Ver
anlassung der Lähmung, so wird auch Geschwulst in der Gegend der
Schulter, des Buges vorhanden sein. Immer aber, mag sie nun durch
einen Fehltritt, einem Seitwärtsgleiten des Fußes rc., wodurch dann irgend
eine Muskel oder Sehne gezerrt ist, oder durch Stoß entstanden sein, ver
räth sich die acute Buglähme durch Hitze und Schmerz auf Drücken
oder Reiben, sei es an der Bugspitze, sei es in der Gegend des Armbeines
oder des Schulterblattes. Ist weder Geschwulst noch Hitze oder deutlich
zu Tage tretender Schmerz vorhanden, so kann man sicher sein, daß man
es mit einem secundären Leiden (s. B) zu thun hat.
Die frische Buglähme ist leicht, sicher und schnell ohne alle
Arznei zu heilen und hinterläßt dann niemals schlimme oder
wiederkehrende Folgen.
Zur Heilung dient nachstehendes Verfahren:
1) Man führe das Pferd ins Freie, stelle es 2—3 Schritt vor eine
tragbare Handbrandspritze (welche einen mindestens fingerdicken, besser
2 fingerdicken Strahl giebt) und gebe ihm während 2—3 Minuten eine
kräftige Douche von ganz brunnenfrischem Wasser (7-8° R.), indem man
den Strahl von dem oberen Rande des Schulterblatts (dicht über dem
Widerrist) über das Buggelenk fort bis zum Fußwurzelgelenk herabführt,
und dies mehrmals wiederholt, wobei man darauf achtet, daß alle Theile
des Schulterblatts, Bugs, Armbeins und Vorarms, namentlich vorn und
außen, wo die Haupt- Hebe- und Streckmuskeln sitzen, gründlich be
spritzt werden.
Alsdann wird das Thier kräftig mit Stroh trocken gerieben (am besten
durch 2 Mann gleichzeitig), wobei das Reiben hauptsächlich in der Richtung
von oben nach unten geschieht. Aeußert das Thier beim Reiben bestimmter
Stellen Schmerz, so müssen diese gerade am kräftigsten bearbeitet werden.
2) Nach dem Trockenreiben wird im Stalle eine feuchte Wickelung an
dem kranken Gliede angelegt, wie folgt:
Eine etwa 3 m lange, */» m breite Leinwandbinde wird in Wasser
von 16° R. getaucht und stark ausgemngen. Man beginnt nun die
Wickelung, dicht über dem Knie anfangend, indem man die vorher auf
gerollte Leinwandbinde an die innere Seite des Vorarms anlegt und
über vorn nach außen, dann von hinten wieder um die innere Seite
nach vom hemm führt, so daß jede Stelle des Gliedes etwa doppelt mit
Leinwand bedeckt wird. Nachdem die Binde über dem Ellbogengelenk
an der inneren Seite unter der Bmst nach vorn geführt ist, wird-der
Rest der Binde das Schulterblatt entlang über den Widerrist und unter
dem Halse her nochmals über die Bugspitze geführt, sodann auf dem schon
auf dem Schulterblatt aufliegenden Theile der Binde mittelst Heftnadeln

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