Titel:
Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel
Personen:
Weber, Georg Adolf Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN647365456/73/
Die bereits angeführten Erfahrungen beweisen auch die
sen Satz zur Gnüge. Cs bedarf daher keiner Angabe von
Thatsachen mehr.
Vergleichen wir den durch Ansteckung mitgetheilten Milz
brand der Thiere mit dem ursprünglichen, so sind die Krank
heitserscheinungen bei jenem wie bei diesem im Wesentlichen
dieselben. Auch bei den Sectionen finden wir ein und diesel
ben Resultate. An der Identität beider Krankheitsformen ist
daher gar nicht zu zweifeln.
Fassen wir nun das über die Ansteckung des Milzbrandes
Angegebene und alle die angeführten Erfahrungen, die auf un
widerlegbare Thatsachen gegründet sind, zusammen, so muß
jeder Unbefangene den Milzbrand für ansteckend halten. Es
kann keine ansteckende Krankheit geben, deren Eigenschaften
den Begriff, den wir von Contagium haben, mehr erschöpft,
als der Milzbrand. Ohne Zweifel muß mithin der Milz
brand als eine unter gewissen Bedingungen höchst
ansteckende Krankheit, und zwar ansteckend sowohl
für Menschen, als auch für alle lebende Thierge
schlechter angesehen werden.

8- 13.
Vom Wesen des Milzbrandes.
In jedem Organismus waltet eine Lebenskraft, vermöge
deren der Organismus mit allen seinen einzelnen Organen nicht
nur in seiner Integrität erhalten, sondern auch gegen jeden
feindlichen Reiz oder gegen jede krankmachende Potenz geschützt
und vertheidigt wird. Letzteres geschieht durch die Reaction der
Lebenskraft, welche sich gegen jedes feindliche Agens opponirt.
Das Product der Reaction der Lebenskraft gegen einen feind
lichen Reiz ist das, was wir gewöhnlich Symptome einer
Krankheit nennen, was aber in der That nichts anders ist,
als die Bestrebungen der Lebenskraft, welche, in ihrer Inte
grität durch feindlich auf den Organismus einwirkende Poten
zen sich verletzt fühlend, die Reaction auffordert, sich dem
feindlichen Agens zu widersetzen. Hieraus entsteht ein Kampf,
der, jenachdem die feindliche Potenz mächtig einwirkt, bald
längere, bald kürzere Zeit, bald stürmisch und gefahrvoll,

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