Titel:
Abhandlungen für Pferdeliebhaber und Thierärzte, besonders für Officiere, Güterbesitzer und Oekonomen
Personen:
Renner, Theobald Wikipedia
PURL:
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durch die Haut gemacht und in diesen gestoßenen Alaun ge
streut, um das Fesselgelenk aber Essig und Branntwein ge
schlagen hatte.
Manchmal verkleinern sich solche Gallen, wie die eben
erwähnte, bei ältern Pferden, wenn namentlich ihre sehnen
faserigen Ueberzüge sehr verdickt oder wohl gar verknöchert
sind, nach dem Gesetze, daß mit zunehmendem Drucke auch
die Einsaugung zunimmt; manchmal, jedoch selten, verschwin-'
den sogar Gallen junger Pferde, wenn diese älter und kräf
tiger werden und dabei nicht zu viel Arbeit verrichten.
Merkwürdig bleibt das seltene Vorkommen der Gallen
beim Esel, beim Rindviehe, bei diesem vielleicht nur beim
Zugochsen, und beim Hunde. Bei Letzterem sah ich sie bei
Windhunden an den Beugesehnen hinter dem Gelenke der
Knochen des vorder» Laufes (ossa metacarpi) und den er
sten Zehcngliedern von bedeutender Größe.
Ich schließe diese Abhandlung mit dem Wunsche, sie
möge dazu beitragen, eine Operation in Vergessenheit zu
bringen, welche keinen wesentlichen Nutzen, aber den größten
Schaden bringen kann, und stelle folgende Sätze als Resul
tate derselben auf:
1) Es giebt eine Galle oder Ansammlung von Gelenk
feuchtigkeit in der Scheide des geraden Hintern Hufbeinbeu
gers, die äußerlich dieselbe Erhöhung hervorbringen kann wie
die wahre Hasenhacke, mit der sie ihrer veranlassenden Ur
sache, der Ausdehnung der Sehne nach, übereinkommt.
2) Es giebt keine Behandlung der Gallen, welche sie mit
Sicherheit wegbringt.
3) Die Anwendung des Feuers nach Gelenk- und Seh
nenscheidenwunden ist das sicherste Mittel ihre Verschließung
zu befördern.
4) Wunden der Sehnenscheiden, die über vorstehende
Sehnenrollen gehen, sind, was die Gefahr anbetrifft, den
Gelenkwunden gleich zu setzen.

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