Titel:
Wörterbuch der Thierheilkunde ; Zweiter Band von F bis K
Personen:
Hurtrel d'Arboval, Louis Henri Joseph Wikipedia
PURL:
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enge anwendet, zu beseitigen hat. Ja selbst eine mäßig starke Blut-
utziehung thut einige Tage vor der Begattung gut.
Die Mittel, wodurch man das Verwerfen und dessen Wiederkehr
verhindert, bestehen darin, daß man das Thier einer andern Lebensart un
terwirft, als diejenige war, welche jene nachtheilige Wirkung herbeiführte.
Man rechne auf jedes Stück Vieh mehr Stallraum, lasse den Mist nicht
?ju lange im Stalle liegen, versebe die Thiere täglich mit frischer reichli
cher Streu, sorge für gehörige Lüftung, für den Abzug des Urins, und
»hisse die Thiere nicht fortwährend im Stalle. Vorzüglich ist es den Kü-
Aen und Schaafen nöthig, daß sie täglich an die frische Luft kommen,
hne deßhalb gerade zu Waiden. Im Gegentheil kann das häufige Be-
üten von Kunstwiesen sehr schädlich werden. Ist Stallfütterung einge
führt, so darf das Vieh nicht so viel Stroh fressen, als es will; man
uß ihm lieber etwas gutes Heu oder Köcnerfutter zukommen lassen.
Feifeln. Dieser Ausdruck hatte in der Sprache der alten Eur-
'chmiede verschiedene Bedeutungen, und man bezeichnete damit bald die
landes parotides, welche unter den Ohren und hinter den Ganaschen
legen, bald die Entzündung, Geschwulst und Eiterung dieser Drüsen.
ieser Ausdruck ist an sich nichtssagend, und kann recht wohl aus der
-Pathologischen Terminologie wegbleiben Absurd ist das von Solleysel
angerochene und noch jetzt hie und davon Curschmieden ausgeübte Feifelschlagen
oder Feifelschneiden, welches in einem heftigen Quetschen der Ohrendrüsen besteht,
indem man sie entweder zwischen großen Zangen kneipt, oder mit dem
Hammerstiel klopft, um, wie man sich auszudrücken pflegt, die Lust aus-
zutreiben. Manche stoßen übecdem ein glühendes Eisen durch. Diese
Operation ist nicht allein lächerlich, sondern auch barbarisch, gefährlich und
kann zur Heilung der Eolik, gegen die man sie vorschlug und anwandte,
durchaus nichts beitragen. Es geht häufig, in Folge derselben, ein gro-
jcc Hautlappen verloren, und sie kann die bedenklichsten Zufälle, ja selbst
)en Tod herbeiführen. Die Ohrenspeicheldrüse kann dadurch zum Theil
desorganisirt, der Speichclgang zerrissen, und dadurch die Veranlassung
zur Entstehung einer .Fistel gegeben werden, deren Beseitigung immer
schwierig, ja häufig unmöglich ist. S. Ohrendrüsenentzündung.
Feige (fr.fique). Indem 1791 erschienenen Bande der Belehrungen und
Beobachtungen über die Krankheiten der Hausthiere (lnstiuetioris et ob-
servations sur les maladies des animaiix domestiques), findet man
imter diesem Namen eine Krankheit der Köthe des Rindviehes beschrieben.
Nach dem ungenannten Berichterstatter besteht dieß Leiden in einer ent
zündlichen Geschwulst, welche an irgend einem Theile des Köthengelenkes,
auf den Beugesehnen des Fußes, über und zuweilen unter den Sesambei
nen, an der Krone, zwischen den Klauen, ja selbst auf den Seitenknor
peln (wiewohl sich an den Füßen der Zweihufer keine Seitenknorpel finden)
zu entstehen pflegt. Es ist in unserer Praxis manchmal etwas Aebnliches
vorgekommen, und wir haben darin eine entzündliche Geschwulst der Haut
und des Zellgewebes zu erkennen geglaubt, welche derjenigen sehr ähnlich
ist, die wir in diesem Lexicon unter dem Namen Furunkel abgehandelt
haben. Girard betrachtet diese Krankheit als eine Art von Mauke.

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