Titel:
Wörterbuch der Thierheilkunde ; Zweiter Band von F bis K
Personen:
Hurtrel d'Arboval, Louis Henri Joseph Wikipedia
PURL:
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Knochcnschmerzen. 557
man sich dieses Instruments durchaus bedienen zu müssen glaubt, so ist
wenigstens rathsam, den Theil, an welchem man zu operiren hat, voll
kommen festzuschließen, damit schädliche Erschütterungen vermieden werden,
und den Meißel schräg einwirken zu lassen, damit ec ebensowohl schneidend
als treibend einwirkt. Sehr schwierig und verwickelt wird die Abnahme
des Gewächses aber, wenn dieses eine große Harte und eine breite, nicht
gehörig begränzte Basis besitzt, welche allmälig in die Substanz des Kno
chens übergeht. Dann muß man erst das ganze Gewächs bloßlegen,
und hierauf mit einer auf der Schneide convexen Handsage mehrere sich
kreuzende Einschnitte machen, die vom Gipfel bis an die Basis reichen,
und es in eine größere oder geringere Anzahl senkrecht stehender Fragmente
zerfallen. Man könnte sich auch des Trepans bedienen, und die Bohrlö
cher so nahe legen, daß sie in einander griffen. Alsdann bedient man sich
des Meißels auf die oben angegebene Weise. Louis Deschodt hat
ein andere Methode zur Heilung der Exostosen angewandt; er befeilt sie,
rottet sie dann mit einem schneidenden Instrumente aus, und legt dann
auf die Wunde einen mit Arseniksalbe bestrichenen Pfropf, der so einge
richtet ist, daß nichts von der Salbe an die weiter nach unten liegenden
Theile kommen kann. Er scheint dieses gefährliche Mittel mit gutem
Erfolg angewandt zu haben. /
Wenn die Exostose auf die eine oder andere Weise weggenommen
ist, und man die Schnittfläche des Knochens gesund findet, so dürfte es
angehen, die Lappen der weichen Theile zu vereinigen, und die Wunde
aus diese Art unmittelbar zuzuheilen. Wenn man aber die Entwicklung
von gefäßreich-zelligen Wärzchen aus der Schnittfläche des Knochens er
warten darf, so werden diese die Grundlage einer guten Narbe, dann
bringt man unter die Haut, welche man geschont hat, und die der Hei
lung sehr förderlich ist, dünne mit Wasser und Wein oder Wasser und
Franzbranntwein getränkte Bäuschchen. Zuweilen wird die bloßgelegte
Oberfläche des Knochens durch die Berührung mit der Luft cariös oder
necrotisch; zuweilen werden die sich bildenden Fleischwärzchen fungös. In
beiden Fällen hat man auf die krankhaft veränderten Stellen das Brenn
eisen einwirken zu lassen, wodurch man die krankhafte Entwicklung des
Knochens und die Stelle, welche zum Wuchern des Fleisches die Veran
lassung ist, mit einemmale zerstört. Man hat dann Abblätterung zu er
warten, die man durch die geeigneten Mittel begünstigt, um später eine
gute Vernarbung herbeizuführen.
Die Abnahme der Exostosen hat man übrigens nur im äußersten
Nothfalle zu bewirken, und zumal dann zu unterlassen, wenn lebhafte
Schmerzen stattfinden, das Gewebe der Exostose desorganisirt ist, die dar
über liegenden weichen Theile ulcerirt sind, und eine übelbeschaffene Jau
che aussondern, und wenn endlich das Gewächs sich in der Nähe eines
Gelenks befindet, dessen Eapsel bei der Operation, oder durch die in Folge
derselben eintretende Eiterung geöffnet werden könnte. Vergl. auch den
Artikel Beingewächse.
Knochenhautentzündung, s. Periostose.
Knochenschmerzen, s. Knochenweh.

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