Titel:
Wörterbuch der Thierheilkunde ; Zweiter Band von F bis K
Personen:
Hurtrel d'Arboval, Louis Henri Joseph Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN663995523/578/
576 Krämpfe der Schwekne.
Kragen, spanischer, s. Paraphimosis.
Krampf (5xs8mu8); eine unwillkürliche Muskelkontraktion, welche
gewöhnlich plötzlich und in Begleitung einer, zuweilen schmerzhaften An
schwellung des leidenden Theils eintritt, und meist sehr kurze Zeit dauert.
Der Krampf zeigt sich öfters, zumal am Sprunggelenk des Pferdes, wenn
dasselbe des Morgens aus dem Stalle geführt wird, und ist zuweilen so
heftig, daß das Thier das Bein kaum biegen kann. Gewöhnlich geht ec
vorüber, sobald das Pferd einige Schritte gethan hat. Es kann indeß
auch der Fall vorkommen, daß der Krampf f Viertelstunde dauert. Um
ihn schneller zu vertreiben, nimmt man trockne Abreibungen gegen den
Strich der Haare mit der Bürste oder dem Strohwisch vor, welches Mit
tel in der Regel anschlägt.
Krämpfe der Schweine. Nicht sehr Men werden sowohl
junge, als auch alte Schweine von Krämpfen befallen, woran sie gewöhn
lich, wenn nicht bald zweckmäßige Hülfe geleistet wird, zu Grunde gehen.
Die Krankheit giebt sich durch folgende Zufälle zu erkennen: DaS
von ihr befallene Thier hört auf zu fressen, die Lebhaftigkeit vermindert
sich, es erfolgt Betäubung und sehr starkes Zittern, welches sich über den
ganzen Körper verbreitet; cs fängt an kreisförmig sich zu bewegen, und
bleibt nur dann einige Minuten stehen, wenn es in eine Ecke kommt,
wenn cs an eine Wand anrennt, und scheint in diesem Zeitraume
der Krankheit gleichsam nicht zu hören und zu sehen. Der Unterkiefer
wird unwillkürlich sehr heftig bewegt und ans dem Maule viel zäher
Geifer ausgesondert, das Thier fällt um, worauf sich nun über dm
ganzen Körper die heftigsten Zuckungen einstellen, und der Urin geht wäh
rend eines solchen Anfalls unwillkürlich ab. Nach einigen Minuten steht
es wieder auf, und die kreisförmige Bewegung sängt aufs Neue mit al
len übrigen Zufallen wieder an. Während des ganzen Verlaufes der
Krankheit hört man öfters heftiges Zähneknirschen.
Bei einer zweckmäßigen thierärztlichen Behandlung wird die Krank
heit gewöhnlich in einem Zeitraume von 4 bis höchstens 6 Tagen voll
kommen gehoben.
Nach Z i ll er's Erfahrung werden die Schweine besonders leicht von
dieser Krankheit befallen, wenn sie eine geraume Zeit mit Branntwein-
spülicht gefüttert worden sind, und wenn ihnen hernach dieses Futter
schnell wieder entzogen wird und sie mit anderm Futter gefüttert werden;
indeß sah er auch bei einigen Individuen diese Krankheit entstehen, ohne
daß in der veränderten Fütterungsart die Ursache zu suchen war.
Sobald ich, sagt Ziller, Bezirksarzt im Meining'schen, in
No. 61, 1828, der öconomischen Neuigkeiten und Verhandlungen,
zu einem an dieser Krankheit leidenden Thiere gerufen werde, ziehe
ich aus beiden Seiten hinter den Ohren zwei mit Terpentinöl be
feuchtete Haarseile und lasse sie bis zur vollkommenen Genesung des
Thieres liegen. Innerlich gebe ich einem kleinen Schweine mit dem be
sten Erfolge nachstehendes Pulver: Schwefelleber 1 Scrupel, Baldrian
pulver 1 Drachme, Beides zu einem feinen Pulver gemischt. Eine solche
Portion gebe ich früh, Mittags und Abends jedesmal in Z Quart kühlem

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