Titel:
Wörterbuch der Thierheilkunde ; Zweiter Band von F bis K
Personen:
Hurtrel d'Arboval, Louis Henri Joseph Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN663995523/589/
erschlaffen droht, anstecht zu erhalten, während man eine andere, welche
sich im Uebermaaße zu entwickeln scheint, zu neutralisiren rc."
Wir haben diese Stelle des Bourgelat für diejenigen, jetzt zum
Glück immer seltener werdenden, Thierarzte ausgehoben, welche es an der
Art haben, der Krankheit eines ihnen vorgeführten Thieres augenblicklich
einen bestimmten Namen zu geben, und diesem zufolge ihre Recepte zu
schreiben, und zu gewärtigen/ daß das Thier bald hergestellt seyn werde.
Der wissenschaftlich gebildete Thierarzt entscheidet nie auf den ersten Blick
mit solcher Zuversicht; er weiß, wieviel die Natur ohne Arzneimittel ver
mag und daß die letztem ohne die erstere nichts vermögen. Je mehr
Kenntnisse er besitzt, um so mehr wird er es für nöthig achten, jeden ein
zelnen Patienten gründlich zu studiren, und um so weniger nöthig, von
Wundercuren zu prahlen. Er behandelt die Thiere sankt, und doch furcht
los; untersucht sorgfältig alle Umstände, welche der Krankheit vorherge
gangen sind, hält die Von dem Eigenthümer des Thieres eingezogenen
Nachrichten mit seinen eignen Beobachtungen zusammen, geht auf bie Ursachen
zurück, und sucht deren Verkettung zu ergründen, öffnet Cadaver, und
sucht alles auf die Structur und Wirkung der Organe zurückzuführen.
So ausgerüstet kann er dann fein Urtheil abgeben, sich über die zu be
folgende Heilmethode einen Plan entwerfen, die Mittel wählen und rich
tig anwenden. Wahrend der Behandlung wird er, theils um seinem Ge
dächtniß zu Hülfe zu kommen, theils um das Seiuige zur Förderung der
Wissenschaft zu thun, alles Merkwürdige in sein Notizenbuch eintragen.
Als Anhang theilen wir die Eintheilung mit, welche Veith in sei
nem Handbuche der Veterinärkunde für die specielle Therapie der sogenann
ten innern Krankheiten der Haussaugethiere aufstellt. Der Verfasser selbst
will sie keineswegs als fehlerfrei ausgeben; allein es dient ihr zur Em
pfehlung, daß sie nicht allein auf den vorherrschenden Krankheitszustand
und die hauptsächlichen Formverschiedenheiten, sondern auch auf die, dem
Staatsarzte so wichtige Unterscheidung der Entstehungs- und Verbrei
tungsart der Seuchen gerichtet ist.
Nach diesem Schema scheiden sich die Hausthierkrankheiten in drei
Classen, wovon die erste die fieberhaften Epizootien, die zweitt die Conta-
gionen, und die dritte die fieberlosen oder bloß svmptomatisch fieberhaften
Krankheiten enthalt, sie seyen übrigens exizootischec, enzootischec oder con-
tagiöser Art.
Die erste Classe begreift demnach die panzootischen, wesentlich fieber
haften Krankheiten, und zwar 1) die einfachsten Formen derselben, 2) die
gemeinsten Entzündungskrankheiten, sowohl mit entzündlichem, als fauli
gem Fieber vergesellschaftet; 3) die catarrhösen, lymphatischen, rheumati
schen Fieber (Flußsieber-; 4) die gastrisch-fieberhaften Leiden; 5) die An-
thraxsieber, 6) die diesen lehtern verwandten, durch besondere Ablagerungen
ausgezeichneten oder metastatischen'Fieber; endlich 7) Fieber mit nervös-
septischer Complication: typhöse Fieber.
Die zweite Classe, welche die wesentlich fieberhaften, ächten An
steckungsseuchen umfaßt, enthält 1) die Pockenkrankheiten, 2) die Rind
viehpest.
Die dritte Classe, rmter welcher die panzootischen, oder auch nur spo

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