Titel:
Wörterbuch der Thierheilkunde ; Zweiter Band von F bis K
Personen:
Hurtrel d'Arboval, Louis Henri Joseph Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN663995523/615/
Kuhpocken. 613
auch wohl dann und wann nach den Kuhpocken zeigen, ohne daß dieß
gegen die Schutzkrast der letztem bewiese. Doch wir wollen uns nicht
ferner in dem Gebiete der Menschenheilkunde bewegen, in welches wir oh
nehin wegen des Jneinandergreisens der Menschen- und Thierheilkunde,
uns im Laufe dieses Artikels noch einmal begeben müssen, sondern die
Symptome, welche die Kuhpocken an der Kuh selbst darbieten, unsern Le
sern vorführen»
Symptome der Vaccine bei der Kuh. — Der Verfasser
des Artikels Vaccine im Hictionnaire abreg6 des Sciences medica-
les hat die Symptome dieser Krankheit bei der Kuh so höchst genau
geschildert, daß wir an seiner Arbeit kaum etwas andern können. Die
Krankheit zeigt sich bei den Kühen anfangs durch Mangel an Freßlust;
das Wiederkauen dauert fort, ohne daß die Speisebreiklumpen in den
Mund zurücksteigen, das Thier schnaubt, giebt weniger Milch und diese
wird wässeriger, als sie gewölmlick ist; der Blick ist getrübt, der Puls
schlag beschleunigt und das Ausschlagsfieber entwickelt sich. Nach 3— 4
Tagen erscheinen flache, runde, in der Mitte nach Art eines Hühnerstei
ßes eingesenkte Pusteln, die an ihrer Basis von einem schmalen rothen
Kreis umgeben sind, der sich nach und nach an den Strichen, zumal nach
dem dicken Theil des Euters zu, vergrößert; dergleichen Pusteln erscheinen
auch, obwohl selten, an den Nasenlöchern und Augenlidern. Diese Pu
steln entwickeln sich binnen 4 oder 5 Tagen, und so wie sie größer wer
den, nimmt die Unruhe des Thieres zu. Sie sind zumal an ihrer Basis
entzündet, heiß und gegen Druck empfindlich. Sie werden dicker, bleiben
aber in der Mitte immer eingesenkt; bald werden sie durchscheinend und
silbergrau; alsdann nimmt der rothe Hof eine livide Farbe an, das Euter
wird an den Stellen, wo die Pusteln sitzen, sehr hart; die Unruhe des
Thieres nimmt zu; die in den Pusteln enthaltene Flüssigkeit wird wasser-
hell, bleibt geruchlos, wird manchmal ein wenig farbig, allmälig verdickt,
und trocknet gegen den 11.— 12. Tag hin aus. Alsdann fangen die
Pocken an, sich in der Mitte und allmälig nach den Rändern zu zu bräu
nen, und werden mit einem dunkelrotben, ausgeglichenen, dicken Grinde
bedeckt; das Thier empfindet bei'm Melken Schmerzen. Diese Abtrock
nungsperiode dauert 10—12 Tage; alsdann fallen die Grinder ab, und
es bleiben auf dem Euter eben so viel runde Narben zurück. Der Ver
lauf der Kuhpocken zeigt bei der Kuh, wie bei'm Menschen, gewisse Perio
den oder Stadien.
Symptome der Kuhpocken bei'm Menschen. Sobald die
Kuhpockenlymphe, sie mag nun von Kuhpocken an der Kuh selbst, oder
am Menschen herrühren, wenn die Pusteln nur reif waren, einem Men
schen eingeimpft worden ist, der die Menschenblattern noch nicht gehabt
hat, bildet sich um die Impfstelle her ein rother oberflächlicher Hof, wel
cher allmälig verschwindet; die Impfstelle schwillt ein wenig an, wird
roth, fällt aber bald wieder nieder. In diesem Zustande bleibt alles bis
zum 3. oder 4. Tage; alsdann, manchmal auch noch später, erhebt sich
die Narbe und wird roth. Am 5ten Tage nimmt sie eine intensivere
Färbung an, sinkt in der Mitte ein wenig ein, und fängt an etwas zu

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