Titel:
Entwicklungsgeschichte des Kaninchen-Eies
Personen:
Bischoff, Theodor Ludwig Wilhelm Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN669016810/14/
ober sie allerdings wesentlich erweiterte durch die Entdeckung des Keimbläschens in dem
Eie. Seine Arbeiten über die erste Entwicklung des Eies, obgleich sie über mehrere Ord
nungen der Säugethiere sich ausdehnlen, obgleich sie wesentlich zur Befestigung mancher
von Deutschen entdeckten Wahrheiten der Entwicklungs-Geschichte beitrugen, stehen doch
weit unter den Arbeiten v. Baer’s, und wir werden wenig Neues in ihnen finden. Seine
Entdeckung des Keimbläschens theilt er noch zudem mit dem Engländer Wharton Jones,
der das Eierstockei genauer kannte, wie er. In Deutschland trugen dann Bernhard,
Valentin und R. Wagner viel zur genauern Kenntniss des Säugethiereies bei, und letz
terer entdeckte den sogenannten Keimfleck des Keimbläschens.
Jetzt war nun Alles vorbereitet, um die Entwicklung des Säugethiereies mit Erfolg
auch in ihren ersten Stadien bearbeiten au können. Der Verfasser glaubt durch seine im
Jahre 1838 bei der Naturforscher-Versammlung in Freiburg und in R. Wagner's Phy
siologie Bd. I., sowie in Müller’s Archiv 1841, gemachten Mittheilungen aus seinen frü
heren Untersuchungen über das Hunde- und Kaninchenei, keine unwichtigen Beiträge zu
derselben gegeben zu haben. Zudem trat die wichtige Entdeckung der Entwicklung aller
pflanzlichen und thierischen Gebilde aus Bläschen oder Zellen hervor. Sie erfuhr bereits
ihre Anwendung in der Entwicklungs-Geschichte des Frosch- und Vogeleies durch Reichert.
Von vielen Seiten kamen und kommen Beiträge zur Entwicklungs-Geschichte des Eies wir
belloser Thiere in diesem Sinne. Mit imposanten Waffen lieferte aber vor Allen Dr. Mar
tin Barry eine grössere Arbeit über die erste Entwicklung des Kanincheneies. Er hat
solche Zahlen von Kanincheneiern aus den frühesten Stadien ihrer Entwicklung zu seinen
Untersuchungen benutzt, wie alle früheren Beobachter zusammengenommen nicht. Schon
hierdurch und durch eine äusserst grosse Sorgfalt und Genauigkeit verdienen seine Beob
achtungen genaue Beachtung. So viele wesentliche und wichtige Resultate er erlangt, so
wird er doch in dem Folgenden fast mein wichtigster Gegner werden, und er ist es fast
allein, von dem ich fürchte, dass noch längere Zeit bedeutende Zweifel in Betreff der in
Rede stehenden Verhältnisse veranlasst worden sind. Die Entscheidung in dieser Sache
ist keine leichte, und dürfte nicht von Jedermann zu erwarten seyn. Dennoch ist zu hoffen,
dass sich bald noch mehrere tüchtige Bearbeiter derselben finden werden, und der Verfasser
ist überzeugt, dass dieselbe in Hrn. Reichert bereits einen solchen gefunden hat. So lange
Zeit die Entwicklungs-Geschichte des Säugethiereies im Dunkel verhüllt war, so sehr scheint
sie jetzt in das Geheimniss der Zeugung und Entwicklung am weitesten einzudringen geeignet,
aber freilich nicht ohne vielfache Schwierigkeiten. Ich glaube, auch hier wird es heissen:
Der Stein, den die Bauleute zwar nicht verworfen, aber nicht gekannt hatten, wird zum
Eck- und Grundsteine vieler neuen und wichtigen Endeckungen nicht nur in der Entwick
lungs-Geschichte, sondern auch in der Erkenntniss organischer Bildungen überhaupt werden.
Uebrigens erscheint hiermit die der Akademie eingereichte Schrift durchaus unver
ändert im Druck, mit Ausnahme einiger die Anonymität betreffenden Stellen.

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