Titel:
Entwicklungsgeschichte des Kaninchen-Eies
Personen:
Bischoff, Theodor Ludwig Wilhelm Wikipedia
PURL:
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eine dicke, durchsichtige Membran sei, wurde auch von Coste angenommen, der sie Mem
brane vitelline nannte (Recherches sur la generation des Mammiferes p. 27. Embryogenie
comparee p. 79.); ebenso von Wharton Jones (Lond. and Edinb. philos. Mag. 1835
VII. p. 209. und Lond. med. Gaz. 1838.); ferner von Bernhardt (I 1. p. 17), und an
fangs von Valentin (Entwicklungsgesch. p. 19.), ebenso von Barry (1. 1. p 316.), und
von R. Wagner (Lehrbuch der Physiol. p. 36), und zuletzt von Beule (Allgem. Anat.
p. 966). —- Zweitens könnte der helle Ring aber auch gebildet werden von zwei sehr
feinen concentrischen Membranen, zwischen welchen eine durchsichtige Flüssigkeit enthalten
wäre; dieser Ansicht war, wie es scheint, eine. Zeitlang R. Wagner (Müller’s Archiv,
1835, p. 374.), wo er die äussere Haut Chorion, die innerfe Dotterhaut nannte. — Drittens
könnte jener helle Ring eine Schichte eines gelatinösen, durchsichtigen Stoffes, Eiweifses,
seyn, welches entweder äusserlich noch von einer sehr feinen Hülle umgeben wäre oder
nicht. Erstere Ansicht wurde von Krause ausgestellt (Müller s Archiv, 1837, p. 27.)
letztere von Valentin (Müller s Archiv, 1836, p. 163.) und nach seiner letzten Aeusse
rung (Repertorium III. p. 190.), wo er den ganzen durchsichtigen Raum mit demjenigen
Gebilde verglich, welches bei dem Vogelei das Keimbläschen umgebe.
Diese Differenzen in den Angaben verschiedener, ja selbst derselben Schriftsteller zu
verschiedenen Zeiten, sind grösstentheils durch nicht passende Untersuchung des betreffen
den Gebildes veranlasst; doch ist die Frage selbst, wegen der folgenden Verhältnisse bei
der Entwicklung des Eies, von der grössten Wichtigkeit, und muss Jeder zuerst über
sie ganz im Reinen seyn, ehe er weiter geht. Man muss zunächst das Eichen ganz von
den Zellen der Membrana granulosa reinigen, wenn man jenes Gebilde genau untersuchen
will, so wie ich dasselbe Tab. I. Fig. 3. dargestellt habe. Man wird dann zunächst finden,
dass die äussere Gränze dieses hellen Ringes zwar eine ganz bestimmte, aber keine so
scharfe ist, dass man an ihr eine besondere feine Hülle anzunehmen berechtigt wäre. Die
innere Gränze dagegen ist viel schärfer. Die Breite des hellen Ringes ist bei verschiedenen
Thieren und selbst bei verschiedenen Individuen derselben Art verschieden. Beim Kanin
chen fand ich sie zwischen 0,0004 und 0,0008 und Tab. I. Fig. 3. ist sie fast in letzterer
Dicke dargestellt. Die Schichte ist ferner durchaus gleichmässig, zeigt keine Fasern, Strei
fen , Blätter etc. und wenn sie in einigen Abbildungen streifig, faserig dargestellt wor
den, so war dieses ein Irrthum. Wendet man nun einen nach und nach zunehmenden
Druck auf das Eichen an, z. B. unter dem Compressorium, so wird man die durchsichtige
Schichte sich bis auf einen gewissen Grad ausdehnen, breiter werden, auch den ganzen
Durchmesser des Eies zunehmen sehen. Lässt man mit dem Drucke etwas nach, so zieht
es sich wieder auf seine früheren Verhältnisse zusammen. Dieses beweiset, dass das Ge
bilde nachgiebig, ausdehnbar und elastisch ist, aber noch keineswegs, dass es ein gelatinöser
Stoff, etwa Eiweiss, ist. Vielmehr zeigt die nächste Folge bei zunehmendem Drucke wohl
ziemlich sicher, dass es dieses nicht ist. Denn eine so dünne Schichte Eiweiss würde bei
zunehmendem Drucke sich verstreichen und verwischen, das betreffende Gebilde aber platzt
dann plötzlich an einer Stelle auseinander und lässt den Inhalt austreten. Man sieht dann

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