Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Erster Band (Aa - Brunot)
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN670991600/13/
Aa, äa, ana bedeutet auf lateinischen Re-
cepten „von jedem gleichviel“, wenn von mehre-
ren Arzneistoffen einerlei Gewicht oder Mass
genommen werden soll. Vogel.

Aals. Sind Süsswasser- und das Meer be-
wohnende Fische mit schlangenartigem, schlei-
migem Körper; die sehr kleinen Schuppen
liegen in der dicken Haut; die Bauchflosse
fehlt. Zur Familie gehören: a) Der Flussaal (An-
guilla vulgaris). Er ist von dunkelgrüner Farbe,
vermehrt sich durch Eier und wandert ins
Meer, um den Laich abzusetzen; die Jungen
steigen sebaarenweise in die Flüsse. Er be-
wohnt die Flüsse Mitteleuropas, mit Ausnahme
derjenigen, welche ins schwarze Meer münden,
b) Die Muräne (Gymnothorax muraena) ist
chocoladebraun und gelblich marmorirt, wird
1 m lang und besitzt ein sehr schmackhaftes
Fleisch, c) Der Meeraal (Conger vulgaris), in
allen Meeren Europas vorkommend, bis 2 m
lang; Fleisch wenig geschätzt, d) Der Zitter-
aal (Gymnotus electricus) ist rothbraun ge-
färbt, gelb gefleckt und schenkeldick. Er be-
wohnt Teiche, Seen und Flüsse im nördlichen
Südamerika und ist der gefürchtetste und

gefährlichste unter den elektrischen Fischen.

>as elektrische Organ liegt auf der unteren
Körperseite. Seine Schläge sind so gewaltig,
dass selbst grössere Thiere durch sie getödtet
Werden. Zum Fange der Aale jagt man Pferde
und Maulthiere in das Wasser, wo sie sich
schlangenartig unter den Bauch des Pferdes
drängen und dieses durch unsichtbare Schläge
todten. Ableitner.

Aale, Aquilliformes(Cycloiden), auch Kahl-
bäuche genannt, weil die Bauchflossen fehlen,
finden sich fossil im Kalke des Monte Bolia und
sparsam bei Aix und Oeningen. Kitt.

Aalstrich (Aalstreif) ist ein bei bestimmten
Farben des Pferdes, Esels und deren Bastarde
vorkommender eigenartiger, stets dunkler als
die allgemeinen Deckhaare gefärbter Haar-
streifen, welcher auf der Mittellinie des Wider-
ristes beginnt und über den Rücken, die Lende
Und das Kreuz bis in die obere Fläche der
Schweifwurzel hinein sich erstreckt. Der Aal-
streifen ist bei Pferden nur gewissen Braun-
und Fuchsfarben, sowie den Falben (Falchen),
den Isabellen aber nur ausnahmsweise eigen
und wird dahin gedeutet, dass die mit dem
Aalstreifen verbundenen Farben den im natür-
lichen oder wilden Zustande der Pferde vor-
kommenden grauen, gelbrothen oder bräun-
lichen Grundfarben näher stehen, als dieses
bei den übrigen Farben unserer gezähmten
Pferde der Fall ist. Andeutungen von Aal-
streifen kommen auch bei manchen Schimmel-

arten vor. Von verschiedenen Seiten werden
Pferde mit Aalstreif für ausdauernder und
härter als solche ohne Aalstreif gehalten.
Bei manchen grauen, sowie bei sehr dunkel-
roth oder schwärzlichroth gefärbten Rindern
und endlich unter Hunden bei den Mopsen
kommen gleichfalls Andeutungen vom Aal-
strich vor. Lechner.

Aalthierchen (Anguillulae), kleinste Nema-
toden, meist nur mikroskopisch wahrnehmbar.
Bemerkenswerth: das Essigälchen, lebt in dem
trüben Häutchen, welches auf verdorbenem
Essig sich bildet; das Kleisterälchen, in ver-
dorbenem Mehlkleister sich entwickelnd, und
das Weizenälchen auf brandigem Getreide. Kt.

Aaron. Schrieb eine Naturgeschichte der
Hunde nach ihren verschiedenen Arten, nebst
Anweisung, wie man die Krankheiten der Hunde
erkennen, beurtheilen und heilen soll. Augs-
burg 1790. Semmer.

Aas. Thiercadaver, der in Fäulniss oder
Verwesung übergegangen ist. Je nach der
Temperatur und dem Wassergehalte der Luft
und des Bodens verhalten sich die Thierleichen
verschieden. Bei Temperaturen unter 0° bleiben
die Cadaver jahrelang unverändert. Bei sehr
trockener heisser Luft trocknen namentlich
kleine Thierleichen ein und mumificiren, oder sie
verwesen unter Entwicklung von Kohlensäure,
Wasser, salpetersauren Salzen und Salpeter-
säure. In feuchter Luft und feuchter Erde
bei mittleren Temperaturen faulen die Cadaver.
Durch Einwirkung und Entwicklung der Fäul-
nisserreger (Spaltpilze, Schizomyceten) werden
die Weichtheile unter Entwicklung übel-
riechender Gase, wie Ammoniak, Schwefel-
wasserstoff, Schwefelammonium, Phosphor-
wasserstoff, flüchtiger Fettsäuren, zersetzt. Es
verbreitet sich dabei ein übler Geruch, der
Aasgeruch, der zuweilen einen schädlichen
Einfluss auf die Gesundheit von Menschen und
Thieren ausüben kann. Semmer.

Aasfliege, s. Fliegen.

Aasfresser. Dazu sind Insecten, wie Aas-
käfer, Todtengräber, sowohl als Vögel, Enten,
Hühner, Aasgeier, und von den Säugethieren
manche Raubthiere, Wolf, Hyäne, Fuchs etc.,
zu zählen. Ableitner.

Aasgruben. An abgelegenen Orten ange-
legte tiefe Gruben, die dazu bestimmt sind,
Thiercadaver, namentlich an ansteckenden
Krankheiten und Seuchen gefallene Thiere,
aufzunehmen. Die Gruben müssen entweder
entfernt von Weideplätzen angelegt oder
wenigstens umzäunt und so tief sein, dass
die hineingeworfenen Cadaver mit einer 6 bis
7 Fuss (2 m) tiefen Schicht Erde bedeckt

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66