Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Erster Band (Aa - Brunot)
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Bauch haben. Erhebt man ihn beim Kopf in
horizontaler Richtung, dann soll der ganze
Fisch derselben grossentheils folgen und den
Körper nicht sogleich hängen lassen. Faule
Fische stinken so arg, besonders Meerfische,
dass man leicht vor Schaden gewarnt ist.
Werden Karpfen, Barben oder Weissfische in
Massen zu Markte gebracht, so ist besonders
darauf zu sehen, ob sie nicht mittels Kockels-
kömer oder sonst vergiftet oder mittelst
Dynamitexplosion betäubt worden sind. Auf
diese Art gefangene Fische verrathen sich
durch einen auffallend grossen Bauch, ein blasses
Aussehen, ungemeine Weichheit und gehen sehr
schnell in Verwesung über. Alle Fische, welche
gewohnt sind, im klaren, frischen Wasser zu
leben, werden in wenig bewegtem, verdor
benem Wasser krank, namentlich im Sommer;
sie bekommen einen dicken Bauch, sowie
einen Hautausschlag, und ihr Fleisch kann
Erbrechen und Diarrhöe beim (Konsumenten
erzeugen. Bei einigen Fischen kommen Einge
weidewürmer oder vielmehr Cestoiden von
menschlichen Parasiten vor; so entsteht der
Bothryocephalus des Menschen vom Fischge
nuss, sowie viele Eingeweidewürmer in Grön
land. Solches Fleisch muss beim Kochen die
Siedehitze durchgemacht haben, wodurch die
Brut zerstört wird. (Vgl. a. die Artikel: Ani
malische Fette, Ernährung, Milch, Käse, Ho
nig, Butter, Bienenwachs, Conservirung des
Fleisches, Depecoration, Eier, Fleisch, Fleisch
beschau, Fleischconserven, Fleischextract,
Fleischproduction, Fleischconsumtion und
Viehstatistik.) Zündel.
Animalisches Bad. An den Extremitäten
des Menschen mitunter vorkommende chro
nische Krankheiten, wie Steifheit der Gelenke,
Lähmungen, Sehnenverhärtungen etc., deren
Heilung durch medicinische Mittel nicht erzielt
werden kann, sucht man auf die Weise zur
Heilung zu bringen, indem man diese Organe
in den unmittelbar nach dem Schlachten von
Rindern und Schafen mit Contenta gefüllten
Magen (Wanst) hineinhält und sie der gleich
mässigen animalischen Wärme längere Zeit
aussetzt und gleichsam badet. Ableitner.
Aniridia, s. Aderhaut.
Anis, s. Pimpinella Anisum.
Anjou-Brack. Varietät des französischen
Brackhundes, von derselben Grösse als der
Typus, jedoch von Farbe weiss und orange
oder mausgrau. Neumann.
Ankauf einzelner Thiere, ganzer Heerden,
eines Zwei- und Dreigespanns, von Fourage etc.
geschieht persönlich oder im Aufträge anderer
Personen, entweder gegen sofortige Baarzahlung
oder nach Anzahlung oder mittelst schrift
licher Contracte. Beim Ankauf ganzer Heerden
oder Gespanne haftet der Verkäufer für alle
Thiere, so dass Gewährsmängel eines Thieres
aus dem Gespann den ganzen Handel rück
gängig machen. Semmer.
Anker M., Professor an der Thierarznei
schule zu Bern, schrieb über Maul- und Klauen
seuche 1839, die Fusskrankheiten des Pferdes
und des Rindviehes 1854, Füllenlähme 1831. Sr.
Anker 8., Regierungsthierarzt zuNeuehätel,

durch einige thierärztliche Abhandlungen be
kannt. Semmer.
Ankona-Huhn. Ein Schlag der spanischen
Hühnerrasse von kukukfarbigem Gefieder;
auch unter dem Namen „Kukuks-Minorka“ be
kannt (s. auch Spanische Hühnerrasse). Ws.
Ankunft ist am Turf die Bezeichnung jenes
Augenblickes vom Rennen, in welchem die
Pferde nach dem programmmäßigen Durchlaufen
der Rennbahn am Siegespfosten anlangen. Die
Rennpferde werden nach der Reihenfolge, in
welcher sie am Siegespfosten ankommen, als
erstes, zweites Pferd u. s. w. placirt und diese
Reihenfolge sofort veröffentlicht. Lechner.
Ankyloblepharon (dyxöXo;, krumm, und
ßXs-fapov, das Augenlid) bezeichnet einen Zu
stand, bei welchem die Lidränder je eines Auges
auch post partum ganz oder theilweise und bis
zu einem gewissen Grade mit einander verwach
sen bleiben oder, was bei Thieren seltener ist,
erst später während des Lebens mit einander ver
wachsen. Letzteres ereignet sich nach Ver
brennungen oder Anätzungen der Lider durch
Mineralsäuren, Kalk u. s. w. Das auf diese
Weise entstandene Ankyloblepharon ist des
halb auch meist mit anderweitigen krankhaften
Zuständen, wie narbiger Verbildung der Con-
junctiva, Undurchsichtigkeit und Narbenbildung
der Comea, Phthisis bulbi, Symblepharon ver
gesellschaftet. Das mit zur Welt gebrachte
Ankyloblepharon hingegen ist eine Missbildung,
die als eine Hemmungsbildung aufgefasst wer
den muss und eine gewisse Regelmässigkeit
besitzt. Der höchste Grad ist eine Vereini
gung des oberen und unteren Lidrandes an
allen ihren Punkten, eine vollständige Auf
hebung der Lidspalte, die verschlossen, obli-
terirt und allenfalls nur durch eine Furche an
gedeutet ist, so dass kein Theil des (normalen)
Augapfels zur Anschauung gebracht werden
kann; in niedergradigeren Fällen sieht man den
Bulbus durch eine centrale, verengte Lidspalte
hindurchscheinen, während die Lider nur in
den Augenwinkeln verwachsen sind (Blepharo-
phimosis). Bei der Behandlung eines solchen
Leidens ist der operative Weg der Liderweite
rung einzuschlagen (Kanthoplastik, von xavild?,
der Winkel, und icXäusiv, bilden). Handelt es
sich nur um Blepharophimosis, so geht man
— bei gut fixirtem Kopfe — mit der stumpfen
Branche einer geraden Schere (die man zu
grösserer Sicherheit noch auf einer vorher ein
gelegten Hohlsonde führen kann) ein, schiebt
sie bis zu dem Punkte, an dem die Lidspalte
normaler Weise enden sollte, vor und durch
trennt mit kräftigem Scherenschlage alle
zwischenliegenden Weichtheile. Bei Ankylo
blepharon mit vollständig aufgehobener Lid
spalte verfährt man in gleicher Weise, nach
dem man vorher in der Mitte des Lides eine
verticale Falte aufgehoben und dieselbe wag
recht und vorsichtig durchschnitten hat. Wäh
rend der Wundheilung ist besonders darauf zu
sehen, dass die Wundränder nicht wieder mit
einander verkleben und so den ganzen Erfolg
der Operation aufheben; es ist deshalb
häufiges Oeffnen der Lidspalte und Ein
legen eines fremden Körpers in dieselbe (Be-

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