Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Erster Band (Aa - Brunot)
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es gibt Bantams mit vier und mit fünf
Zehen, mit nackten und befiederten, gelben
und grauen Läufen, mit aufrechtstehendem
und Rosenkamm, mit und ohne Sichelfedern
am Schwänze der Hähne, mit lockerem Ge
fieder wie die Cochins und Brahmas, und mit
straffem Gefieder wie die Kampfhühner. Es
wiederholen sich also alle Formen und grössten-
theils auch alle Farben der ausgewachsenen
Hühnerrassen in der Gruppe der Zwerghühner.
Zu den berühmtesten Rassen der Bantams
gehören die japanischen Zwerghühner — die
aber von einigen Geflügelkennern als eine
von den Bantams besondere Rassengruppe
unterschieden werden — sowie die Sebright-
bantams. Wilckens.
Baranken. Es sind dies die Lämmerfelle
von dem Bucharischen Fettschwanzschafe:
man nennt sie so, wenn die jungen Lämmer
in den ersten vierzehn Tagen nach der Ge
burt geschlachtet wurden. Die Wolle des
Bucharischen Fettschwanzschafes (s. d.) ist
eine Mischwolle von bald weisser, bald mehr
oder weniger hell- oder dunkelgrauer, oder
aber schwarzer Farbe. Die Lämmer tragen,
wenn sie geboren werden, nur das kurze,
feinere, eigentliche Wullhaar in kleinen stark
gekräuselten Löckchen. Nach kurzer Zeit findet
sich dann auch das Grannenhaar und löst die
Kräuselung des Wollhaares allmälig immer
mehr auf. Je jünger die Lämmer sind, wenn
sie geschlachtet werden, desto werthvoller ist
das Lammfell. Dies hat zu der Behauptung
geführt, dass man dort die Mutterschafe
schlachte, wenn sie kurz vor der Geburt
stünden. Dies ist Fabel. Die Felle der un
geborenen Lämmer sind allerdings die werth
vollsten, kommen aber nur dann in den
Handel, wenn Mutterschafe beim Lammen,
oder sonst in den letzten Stadien der Träch
tigkeit zu Schaden kommen. Felle von
älteren Lämmern, bei welchen schon das
Grannenhaar sich in seinen ersten Anfängen
entwickelt und die scharfen Kräuselungen
bereits mehr aufgelöst hat, sind weniger werth
voll ; man nennt sie dann „Astrachan“. Bohm.
Barbastre-Pferd. Ponies von den Inseln
Dien und Noirmoutier an den Küsten des
Departements Loire-Inferieure, von regel
mässiger Gestalt, mit sehr langer Mähne und
Schweif; diese Thiere sind von sanftem Cha
rakter. Sie kommen nur mehr in sehr geringer
Anzahl vor und sind auf dem Wege des gänz
lichen Verschwindens. Neumann.
Barbe, Barbus fluviatilis Cuv. vulgaris
Flem. Fisch aus der Unterclasse der Knochen
fische (Teleostei), Ordnung der Physostomen,
Familie der Karpfen, Cyprinidae. Vor den
Verwandten ausgezeichnet durch vier kurze
Bartfäden, wovon zwei am Mundwinkel und
zwei an der Schnauzenspitze sitzen. Der dritte
Strahl der Rückenflosse ist verknöchert und
grob gesägt. Der Körper der gemeinen Barbe
ist lang gestreckt, fast cylindrisch, mit mässig
grossen Schuppen, oben grau oder olivengrün,
an den Seiten gelblich, am Bauche weisslich.
Die Barbe bewohnt die fliessenden Gewässer
von ganz Central- und Nordeuropa. Ihre

Nahrung besteht aus kleinen Wasserthieren,
auch Krebs- und Fischlaich, wodurch sie
schädlich ist. Sie laicht im Mai und Juni. Das
Fleisch ist weich und grätig, wenig geschätzt.
Der Genuss des Rogens bewirkt Erbrechen
und Durchfall. Die Gattung Barbus zählt
164 Arten, welche über die Messenden Ge
wässer der ganzen östlichen Hemisphäre mit
Ausnahme Australiens vertheilt sind. Von
europäischen Arten sind noch bemerkenswert!):
Barbus plebejus Val. aus dem Lago Maggiore,
B. caninus Cuv. aus dem nördlichen Italien
und Spanien, B. petenyi Hecke), der Sämling,
aus Siebenbürgen, Barbocagii, comiza Steind.
und callensis Cuv. Val. aus der Pyrenäenhalb
insel. Studer.
BarberetD., Dr. med., geb. 1714, gab 1765
seine preisgekrönte Schrift: „Memoire sur les
maladies epidemiqnes“ heraus. Semmer.
Barberin-Schaf. Die Barberin-Rasse ist
eine Abart des grossschwänzigen syrischen
Schafes (Ovis Aries laticaudata, Desm.). Sie
bewohnt das algerische Littorale, theilweise
auch jenes des Golfes von Lion (Departement de
PHerault) und kommt bis nach Savoyen und
in die gebirgigen Regionen des südöstlichen
Frankreich vor. Sie ist charakterisirt durch die
starke Entwicklung des Schwanzes, welche
eine Eigenthümlichkeit der Rasse ist; ebenso
auch durch zwei nach hinten und unten ge
krümmte Hörnerpaare. In gewissen Familien
ist die Wolle völlig mangelnd und sind dafür
blos Haare vorhanden; in anderen ist im
Gegentheile der Körper völlig mit Wolle in
langen, spitzen, derbfaserigen Strähnen be
deckt. Der Kopf und die Füsse sind bei
den letzteren häufig gänzlich oder stellen
weise schwarz oder fuchsroth. Manchmal ist
auch das Wollkleid im Ganzen dunkelfarbig.
Das letztere überschreitet im Gewicht selten
2 kg. Algerien sendet für den Consum von Mar
seille, Toulouse, Lyon und Paris jährlich
bis zu 500.000 solcher Schafe. Dieselben
werden entweder in Algerien oder in den
südlichen Departements gemästet. Sie er
reichen ein Lebendgewicht von 40—SO kg und
liefern 20—25 kg Fleisch von mittlerer Qualität.
Diese Schafe werfen jährlich zweimal, und
zwar je zwei bis drei Lämmer per Wurf.
Ihre Milchergiebigkeit ist eine gute. Nn.
Barbet, s. u. Pudel.
Barbet-Griffon, s. u. Pintsch.
Barbeton Caniche, s. u. Pudel.
Barbezieux-Huhn. Diese Rasse erhält ihren
Namen von der Stadt Barbezieux (Departe
ment Charente, Frankreich). Sie ist gänzlich
schwarz, sehr stark, mit kurzen ungefiederten
Füssen. Das Fleisch ist von feinstem Ge
schmack. Neuvmnn.
Barbiers, anglo-indischer Ausdruck für
eine Form der Paralyse, welche Menschen,
Pferde und Hunde befallen kann und in Cey
lon sowie an der malabrischen Küste von Süd
indien vorkommt. In den Monaten Jänner,
Februar und März tritt diese Krankheit am
häufigsten auf. Die Ansicht, dass dieselbe
durch die in dieser Zeit herrschende Wind
strömung verursacht werde und zumeist jene

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